Blockchain ist

Die Unterausschüsse der US-amerikanischen Regierung diskutierten heute, am 8. Mai in einer Anhörung darüber, wie Blockchain-Technologien im Supply-Chain-Management eingesetzt werden können. Die Anhörung kam zu dem Ergebnis, dass die Technik eine große Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten verzeichnet, trotz aktuell noch fehlender industrieweiter Standards.

Der Unterausschuss für Regulierungsaufsicht und der Unterausschuss für Forschung und Technologie diskutierten die möglichen Blockchain-Anwendungen unter Heranziehung von vier Zeugen aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Der republikanische Kongressabgeordnete Barry Loudermilk bemerkte zufrieden, dass das Thema Blockchain endlich auf Regierungsebene zur Diskussion kam. Er sagte, dass er sich nach 20 Jahren im IT-Sektor mit "Blockchain ein wenig wie eine Stimme in der Wildnis gefühlt" habe:

"Wenn wir das Stigma von Kryptowährungen überwinden und uns die darunter liegende Technologie betrachten können, könnte diese zu einer Lösung für viele unserer Probleme in den Bereichen Cybersicherheit und Datenschutz werden."

Die Verwendung von Blockchain zur Aufzeichnung aller Etappen einer Lieferkette in jeder Branche würde hypothetisch die Kosten senken und die Geschwindigkeit erhöhen, heißt es in der Anhörung. Der Direktor der Abteilung für Cybersicherheit beim Heimatschutz Dr. Douglas Maughan beispielsweise sieht eine der Nutzungsmöglichkeiten von Blockchain zur Optimierung von Lieferketten auf Regierungsebene bei der Anwendung im US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutz (CPB) - speziell bei "Versand, Logistik und Zoll".

Für den privaten Sektor äußerte sich der Leiter zur Digitaliierung des globalen Handels für Maersk Michael White. Adressiert werden vor allem die verboten hohen administrativen Kosten, die bei internationalen Lieferketten anfallen. Der Geschäftsmann betont die Wichtigkeit einer "offenen und neutralen Industrieplattform, die im Kern aus einem weltweit verlinkten Netzwerk aus miteinander in Kontakt stehenden Lieferketten-Teilhabern besteht." Im Bezug auf die "vertrauensvolle" Natur der Blockchain-Technologie sagte er:

"Das nötige Vertrauen zur Erschaffung dieses Netzwerkes würde vermutlich ohne Blockchain-Technologien nicht existieren."

Fehlende Industriestandards

Alle vier Zeugen gingen darauf ein, dass die fehlenden Standards beziehungsweise Richtungsweiser für Blockchain "das Wachstum limitieren" können, so Maughan. Dazu kommt, dass die voranschreitenden Fortschritte beim Quantum-Computing bedeuten könnte, dass ein ausgefeilten System in der Lage sein wird, Blockchains Verschlüsselungen zu durchbrechen, wenn sich das System nicht weiterentwickelt.

Chris Rubio, Vizepräsident für globale Zoll-Brokerage bei UPS, äußerte die Hoffnung, dass die Branchenmitglieder zusammenarbeiten würden, um Standards zu entwickeln, die für eine weitreichende Adaption nötig sind:

"Ohne diese einheitlichen Standards wird Unsicherheit die Großinvestments aufhalten, die nötig sind, damit Blockchain Erfolg in der Lieferkettenindustrie haben kann."

Der republikanische Kongressabgeordnete Ralph Abraham, der auch Vorsitzender des Unterausschusses für Marktaufsicht ist, äußerte sich sehr positiv über die Zukunft von Blockchain und bemerkte nach etwa der Hälfte der Anhörung, dass "wenn ich Blockchain richtig verstehe - und ich befinde mich in einer steilen Lernkurve - wird es die Nachverfolgung von Waren revolutionieren, ähnlich wie GPS-Systeme die Navigation revolutionierten." Er fügt außerdem hinzu:

"Von daher denke ich, dass wir es mit einer weltverändernden Technologie zu tun haben."

Takeaways

Mehrere positive Ideen während der Anhörung schlossen die Möglichkeit ein, dass Blockchain de Betrugsversuche von chinesischen Firmen stoppen könnte, die amerikanische Produkte ohne die dafür nötige Lizenz nutzen, um inländische Geschäfte zu untergraben. Eine andere Idee war die Nutzung von Blockchain in Konfliktregionen, in denen NGOs Hilfeleistungen verteilen müssen. Der republikanische Kongressabgeordnete Randy Hultgren brachte die Idee für ein spezielles Blockchain-System vor, welches den Bürgern "neue Werkzeuge zur Durchsetzung grundlegender Eigentumsrechte bieten soll, wenn Regierungen die Rechtsstaatlichkeit oder den Zugang zum Rechtssystem untergraben".

Gestern kündigte auch die weltweit zweitgrößte Softwarefirma Oracle an, Blockchain-Produkte auf den Markt zu bringen, die unter anderem für die Anwendung im Supply-Chain-Management von pharmazeutischen Unternehmen geeignet sind. Letzten Monat gab auch der Elektronikgigant Samsung bekannt, dass er Blockchain-Technologien für seine globalen Lieferketten testet.

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