Brasilien: Finanzamt verpflichtet Steuerzahler zur Angabe von Krypto-Transaktionen

Das brasilianische Finanzamt RFB hat eine neue Vorschrift verabschiedet, die Strafzahlungen vorsieht, falls Steuerzahler Transaktionen in Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) nicht ordnungsgemäß angeben.

Wie Cointelegraph Brasil am 6. Dezember berichtet, knüpft die neue Vorschrift an einen Erlass vom August an, in dem die RFB Steuerzahler bereits aufgefordert hatte, alle Krypto-Transaktionen anzugeben, um damit einer Änderung des Steuerrechts aus dem Mai 2019 zu entsprechen.

Die neue Vorschrift richtet sich an Einzelpersonen, Unternehmen und Brokerfirmen, wobei jegliche Krypto-Aktivitäten angegeben werden müssen, ob Kauf, Verkauf, Spenden, Einzahlungen, Auszahlungen oder sonstige.

Steuerzahler, die dieser Vorschrift nicht nachkommen, müssen mit Strafzahlungen zwischen 500 – 1500 Real rechnen, was einem Gegenwert von 110 – 330 Euro entspricht.

Der Fokus der Steuerbehörde auf die Kryptobranche ist nicht unbegründet, da die brasilianischen Kryptomärkte mittlerweile mehr Investoren zählen als Brasiliens zweitälteste Aktienbörse B3, die momentan lediglich auf 800.000 Trader kommt.

Nicht ganz ohne Eigeninteresse

Allerdings hat das brasilianische Finanzamt scheinbar ein geradezu existentielles Eigeninteresse an Einnahmen durch Strafzahlungen, denn wie Cointelegraph Brasil Anfang September berichtet hatte, läuft die Steuerbehörde momentan Gefahr, dass ihr die Gelder ausgehen. So hat sie der heimischen Regierung bereits gedroht, bestehende Verträge aufzukündigen und die eingenommenen Gelder durch Einkommensteuer nicht mehr weiterzureichen.

Für Kryptobörsen können daraus noch ein weiterer Stolperstein entstehen, da diese zur Übertragung von Nutzerdaten verpflichtet sind, was über ein System des Finanzamts abgewickelt wird. Sollte die Steuerbehörde als in Teilen sogar ihren Betrieb einstellen, wären brasilianische Krypto-Unternehmen nicht mehr in der Lage, sich an geltendes Recht zu halten, selbst wenn sie es wollten.