Die Einführung von Bitcoin als Zahlungsmittel und die damit einhergehende Strategie könnte sich als großes Problem für die Kreditwürdigkeit des kleinen mittelamerikanischen Landes El Salvador erweisen, wie die Ratingagentur Moody’s Investors Service nun meint.
Dahingehend erklärt Jaime Reusche, Analyst von Moody’s, gegenüber Bloomberg, dass die Bitcoin-Wette von El Salvador unweigerlich „das Risiko im Portfolio“ eines Landes erhöht, das in der Vergangenheit ohnehin schon mit mangelnder Zahlungsfähigkeit zu kämpfen hatte.
Unter der Führung von Präsident Nayib Bukele hat El Salvador die marktführende Kryptowährung im vergangenen Jahr als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Im Zuge dessen wurde eine staatliche Krypto-Wallet herausgegeben, über die Zahlungen, Handel und Verwahrung für die Bevölkerung vereinfacht werden. Darüber hinaus hat El Salvador massiv in Bitcoin investiert und inzwischen ein Vermögen von 1.391 BTC angehäuft. Präsident Bukele ist mittlerweile sogar dafür berüchtigt, jeden Abschwung des Krypto-Marktführers als Kaufgelegenheit zu nutzen.
Buying the dip
— Nayib Bukele (@nayibbukele) September 7, 2021
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Reusche warnt jedoch, dass weitere Ankäufe die Kreditwürdigkeit von El Salvador nur noch verringern, denn durch die Bitcoin-Investition „wird das Risiko der Zahlungsfähigkeit für Kreditgeber immer größer“.
PREDICTION: The El Salvador bitcoin bond will be ridiculously oversubscribed pic.twitter.com/2Kj0urm0SN
— Pomp (@APompliano) November 23, 2021
Neben der Abstufung der Kreditwürdigkeit von El Salvador gibt Moody’s zu bedenken, dass die Bitcoin-Anleihe, auch bekannt als Volcano Bond, den Zugang des Landes zum Anleihenmarkt erschweren könnte. Die auf Bitcoin basierende Anleihe ist auf Grund der Anbindung an die Kryptowährung ebenfalls sehr risikobehaftet.
Dass Institutionen aus dem etablierten Finanzsystem gegen die Bitcoin-Pläne von El Salvador schießen, ist allerdings nicht neu. So hat auch der Internationale Währungsfonds (IWF) im November 2021 Kritik an der Einführung von Bitcoin als Zahlungsmittel geübt. Die Weltbank wirft der Regierung ebenfalls vor, dass die Kryptowährungen gewisse Probleme mit sich bringt.
El Salvador lässt sich vonAttacken jedoch nicht einschüchtern und setzt stattdessen nur noch intensiver auf Bitcoin. So wurde in der letzten Woche ein Bitcoin-Gesetz verabschiedet, das die Region für die globale Kryptobranche attraktiv machen soll.
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