Kanadische Kryptobörse beschuldigt große Bank für Zahlungsausfälle

QuadrigaCX, die größte Kryptobörse Kanadas, schiebt die Schuld für verzögerte Auszahlungen an Kunden auf eine große Bank und das von dieser eingeleitete Gerichtsverfahren. Das geht am 8. Oktober aus einem Bericht der kanadischen Zeitung Globe and Mail hervor.

Die in Vancouver sitzende Kryptobörse QuadrigaCX wurde 2013 gegründet und ist bekannt als erste Kryptobörse des Landes, die eine Lizenz von der kanadischen Finanzaufsicht FINTRAC erhalten hat. Bei Redaktionsschluss hat Quadriga ein tägliches Handelsvolumen von 600.000 US-Dollar laut CoinMarketCap.  

Quadriga gab zuletzt bekannt, dass sie seit Januar Schwierigkeiten hatte, auf Gelder im Wert von 21,6 Mio. US-Dollar zugreifen zu können. Grund dafür ist wohl, dass die Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC) fünf Konten eines Zahlungsdienstleisters der Börse (Costodian Inc.) eingefroren hat. Die Bank sah sich zu dieser Maßnahme gezwungen, da sie die Eigentümer der Gelder angeblich nicht ausmachen konnte.

Vom 4. Dezember 2017 bis zum 20. Februar 2018 haben sich bei der Bank 388 Nutzer der Börse gemeldet, die insgesamt 51,8 Mio. US-Dollar über die jeweiligen Konten angelegt hatten, so die CIBC. Einige Gelder wurden später freigegeben und ausgezahlt, allerdings verbleiben 21,6 Mio. US-Dollar auf den Konten.

Die Globe and Mail berichtet, die CIBC habe einen Antrag gestellt, der einem Gericht erlauben soll, die entsprechenden Gelder festzuhalten und zu entscheiden, ob die Vermögenswerte QuadrigaCX, Costodian oder den 388 Nutzern gehören. Quadriga argumentierte gegenüber dem zuständigen Gericht, dass die Bank die Gelder fälschlicherweise eingefroren habe, stattdessen sei man zweifelsfreier Eigentümer der Gelder, da es „keine Beweise“ für das Gegenteil gibt. Quadriga im Wortlaut:

„Das Gericht sollte sich nicht den unbegründeten und beleidigenden Vorwürfen der Bank beugen, dass Quadriga dunkle Geschäftsmethoden verfolgen würde, denn vielmehr sind wir eine Handelsplattform für Personen, die in Kryptowährungen investieren wollen.“

Gerald Cotton, Geschäftsführer von Quadriga, sagte, dass der Gerichtsprozess zu Verzögerungen für „einen Bruchteil” der 350.000 Nutzer geführt habe. Keine der Anschuldigungen konnte vor Gericht bewiesen werden. Dazu führt er aus:

„Im Moment gibt es Verzögerungen für bestimmte Auszahlungswege, insbesondere da die CIBC mehrere Millionen Dollar zurückhält, die rechtmäßig uns gehören und auf Konten unseres Zahlungsdienstleisters zwischengelagert waren.“

Die Anzahl der Krypto-Unternehmen, die von den Banken unterdrückt werden, ist laut Cotten „unfassbar“. Globe and Mail gibt an, dass Quadriga seinen Kunden kommunizierte, dass die kanadischen Banken sich gegen die Krypto-Branche „verschworen“ haben.