Banxico-Führungskraft: CBDCs ohne volle Anonymität sind uninteressant

Digitale Zentralbankwährungen (CBDC) werden für die breite Öffentlichkeit nur dann interessant sein, wenn sie vollständige Anonymität bieten, so der stellvertretende Gouverneur der mexikanischen Zentralbank. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat die Kommentare der Führungskraft am 11. Juli veröffentlicht.

Javier Calafell, der stellvertretende Gouverneur der Bank von Mexiko (Banxico), sprach am 9. Juli auf einer Veranstaltung der US-Notenbank und der OMFIF Foundation über mögliche Stärken und Schwächen von CBDCs.

Calafell erläuterte die Vorteile von CBDCs. Dabe nannte er etwa die Zahlungssicherheit und die Kosteneffizienz. Er sei aber der Ansicht, dass es eine Reihe wichtiger Faktoren gebe, die belegen würden, dass sie ineffizient sind. Dem Stellvertreter zufolge würden die bestehenden digitalen Systeme bereits die Zahlungsfunktionen einer CBDC bieten. Die "Backup"-Funktion würde wenig Sinn machen, da die Zentralbank den Großteil der Zahlungssysteme bediene.

Calafell erklärte, dass Bargeld in absehbarer Zeit wohl kaum eine sinkende Nachfrage verzeichnen dürfte. Dadurch könne man auch nur schwerlich erwarten, dass die Ausgabe einer CBDC diesen Trend entscheidend verändern wird.

Die Banxico-Führungskraft betonte, dass der Datenschutz ein wesentliches Hindernis für die Akzeptanz von CBDCs sei. Dabei erinnerte er an die "Reputationsrisiken" im Zusammenhang mit einer völlig anonymen CBDC. Die breite Öffentlichkeit werde sich nicht für eine CBDC interessieren, die keinen ausreichenden Datenschutz bietet, erklärte Calafell. Er behauptete, dass ein "CBDC-Konzept ohne völlige Anonymität das Interesse der Öffentlichkeit kaum wecken dürfte".

Gleichzeitig warnte die Banxico-Führungskraft davor, das Thema CBDCs sowie Fragen im Zusammenhang mit dieser Technologie einfach unbehandelt zu lassen. Calafell betonte, dass sich CBDCs "noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium" befänden. Die globale Gemeinschaft sollte das Potenzial neuer Technologien nicht außer Acht lassen.

Calafell erklärte abschließend:

"Auf jeden Fall müssen wir zwar offen und aufmerksam für neue Technologien sein, aber es stimmt auch, dass wir

bei der Nutzung vorsichtig sein müssen. Vor allem, wenn wir es, wie im Fall von CBDCs, mit einem Thema zu tun haben, das potenziell große Auswirkungen hat und bei dem es noch viele offene Fragen gibt."

Zuvor veröffentlichte die Banxico ein Rundschreiben, in dem lokale Kryptobörsen und Banken aufgefordert wurden, eine Genehmigung der Bank einzuholen, um Krypto-Dienstleistungen anbieten zu können.

Vor kurzem veröffentlichte der Internationale Währungsfonds einen Bericht, der prognostizierte, dass Zentralbanken auf der ganzen Welt in Zukunft digitale Währungen ausgeben würden.