CBOE zieht Antrag für VanEck Bitcoin-ETF überraschend zurück

Die Chicagoer Optionsbörse CBOE hat ihren bei der US-Börsenaufsicht SEC gestellten Antrag für den Bitcoin-Indexfonds (ETF) von VanEck/SolidX überraschenderweise zurückgezogen.

Warum kommt der Rückzug gerade jetzt?

Am 17. September hat die US-Börsenaufsicht in einer Mitteilung bekanntgegeben, dass die CBOE ihren Antrag für den Bitcoin-ETF von VanEck/SolidX bereits am 13. September zurückgezogen hat. Obwohl dafür keine genauen Gründe genannt werden, ist zu vermuten, dass dieser überraschende Schritt mit der jüngsten Einführung eines beschränkten Bitcoin-ETFs zusammenhängt, den die beiden Firmen erst vor kurzer Zeit auf den Markt gebracht haben.

Der Rückzug kommt umso überraschender, da die SEC ihre Entscheidung mehrfach verschoben hatte und nun am 18. Oktober vor einer Deadline stand, an der eine endgültige Entscheidung über den Antrag hätte getroffen werden müssen. Gabor Gurbacs, der Direktor für Digitale Vermögenswerte bei VanEck, betont jedoch, dass die Aufhebung des Antrags keinen Strategiewechsel darstellt:

„Wir wollen Bitcoin und innovative Bitcoin-Finanzprodukte weiterhin unterstützen. Die Einführung eines ETFs hat weiterhin oberste Priorität. Wir werden auch zukünftig eng mit den Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern zusammenarbeiten, um diesem Ziel jeden Tag ein Stück näher zu kommen.“

Gesetzeslücke ermöglicht beschränkten Bitcoin-ETF

Wie Cointelegraph zuletzt berichtet hatte, hat Jan Van Eck, der Geschäftsführer des Investmentunternehmens VanEck Associates, bestätigt, dass seine Firma ein Bitcoin-Finanzprodukt auf den Markt gebracht hat, das ähnlich dem geplanten Bitcoin-ETF ist.

Das besagte Produkt ist ebenfalls ein Indexfonds, der allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, sondern institutionellen Investoren vorbehalten ist. Des Weiteren ist der Fonds nur außerbörslichen Handel verfügbar und nicht an einer Aktienbörse notiert. Der Fonds trägt den Namen VanEck SolidX Bitcoin Trust 144A.

Interesse bisher gering

Wie Cointelegraph dann vergangene Woche berichtet hat, hat VanEck über ihren Fonds bisher lediglich 4 Bitcoin an institutionelle Investoren verkauft, was einem Gegenwert von schlappen 41.400 US-Dollar entspricht. Es darf vermutet werden, dass das mangelnde Interesse an dem Produkt einer der ausschlaggebenden Gründe für den Rückzug des Bitcoin-ETFs bei der SEC ist.

Die Einführung von Bitcoin-ETFs ist bedeutsam, weil viele Köpfe der Kryptobranche immer wieder beschwören, dass Krypto-Derivate der Schlüssel sind, um Großinvestoren auf den Markt zu locken. Das mangelnde Interesse am VanEck ETF könnte also ein herber Schlag für diese Hoffnung sein.