China: Händler verklagt OKCoin wegen nicht erhaltener Bitcoin Cash

Ein chinesischer Bitcoin-Investor hat die lokale Kryptobörse OKCoin verklagt, weil sie ihm mutmaßlich nicht ermöglicht hat, an Bitcoin Cash (BCH) zu kommen, nachdem es zum BTC-Fork kam. Das geht aus einem Bericht der lokalen Nachrichtenagentur Legal Weekly vom 31. Juli hervor. Der Fall ist Berichten zufolge die erste Klage in China, bei der der Bitcoin-Fork vom letzten Jahr eine Rolle spielt.

Der Investor, bekannt unter dem Pseudonym Feng Bin, reichte eine Klage gegen OKCoin ein und warf der Börse vor, ihm nicht ermöglicht zu haben, 38.748 BCH zu erhalten, die ihm nach dem Bitcoin-Hard-Fork im August 2017 zustand.

In der Klage stellt Feng Bin fest, dass er versucht hat, seine Bitcoin Cash zu verkaufen, als die digitale Währung im Dezember 2017 ihr Allzeithoch von umgerechnet etwa 3.455 Euro erreichte. Als der Anleger jedoch versuchte, die BCH nach dem Fork auszahlen zu lassen, hat er Berichten zufolge "festgestellt, dass es keinen 'Knopf' gab, um die BCH, die die Plattform versprochen hatte, herauszuholen".

Nach einer Beschwerde an den Kundensupport der Plattform erklärte OKCoin, dass Feng Bin Bitcoin Cash nicht herausholen könne, da das Programm der Plattform für die Inanspruchnahme der geforkten Kryptowährung abgelaufen ist. Der Anleger wiederum behauptete, die Kryptobörse habe keine offizielle Mitteilung über die Frist für die Inanspruchnahme von Bitcoin Cash gemacht:

"Ich habe genau auf die Ankündigung der OKcoin-Währungsfreigabe geachtet. In keiner der Ankündigungen gibt es eine genannte Frist für den Erhalt und die Entfernung des Programms."

OKCoin hat Berichten zufolge die Behauptung Feng Bins angefochten und als Grund dafür Widersprüche in seiner Geschichte und den Aufzeichnungen seiner Kontostände genannt.

Bitcoin Cash ist ein bekanntes Beispiel für einen Hard-Fork, der eine permanente Aufteilung in einem Blockchain-Protokoll ist, wobei Knoten, die in der vorherigen Version laufen, in der neuen Version nicht mehr akzeptiert werden.

Bitcoin wurde am 1. August 2017 geforkt, was zu zwei völlig unterschiedlichen digitalen Währungen führte. Dabei haben Benutzer, die Bitcoin vor der Abspaltung hatten, die gleiche Anzahl von Bitcoin Cash erhalten. BCH feierte Anfang letzter Woche seinen "ersten Geburtstag".

Bitcoin Cash war das ganze Jahr über Gegenstand einiger Kontroversen. Roger Ver, einer der größten Förderer von BCH, sagte im November 2017, dass Bitcoin Cash der "echte Bitcoin" sei. Ver sagte, dass BCH "in Zukunft die größere Marktkapitalisierung, Handelsvolumen und Nutzerbasis haben" werde.