China: Letzte Verdächtige bei OneCoin-Ermittlung vor Gericht

Die letzten vier Verdächtigen in einem zwei Jahre andauernden Verfahren gegen das mutmaßliche Pyramidensystem von OneCoin wurden in der chinesischen Provinz Hunan vor Gericht gestellt. Das geht aus einem Bericht des von der Regierung unterstützten, lokalen Nachrichtenportals Justice Network vom Mittwoch, 23. Mai, hervor.

Die Staatsanwaltschaft Zhuzhou der Provinz Hunan hat gegen 106 Personen ermittelt, 98 öffentlich vor Gericht gestellt und hat im Laufe des Falles aus mehr als 20 Provinzen in ganz China umgerechnet etwa 227 Mio. Euro zurückgeholt. Die Angeklagten erhielten Bußgelder in Höhe von umgerechnet etwa 1.200 bis 670.000 Euro sowie Gefängnisstrafen von vier oder weniger Jahren erhalten.

Im Jahr 2016 hatten chinesische Behörden im Rahmen ihrer Ermittlung des mutmaßlichen Pyramidensystems umgerechnet bereits über 25,6 Mio. Euro beschlagnahmt.

Justice Network berichtet, dass die OneCoin-Organisation "Weika Coin" in China, deren Server sich in Kopenhagen befinden - "ständig neue Investoren anwirbt, um imaginäre hohe Profite zu erreichen", indem sie den Wert der Coins "auf irreführende Weise bewerben" und "andere dazu verleiten, riesige Geldsummen in ihre gegründete Webseite zu investieren."

Das Pyramidensystem oder die MLM-Organisation hatte Berichten zufolge 27 Fonds-Pool-Konten, über 140 Mitglieder-Ebenen mit unterschiedlichen Kosten und insgesamt über 2 Millionen registrierte Nutzer in China. Laut Justice Network belaufen sich die finanziellen Mittel bei diesem Schema insgesamt auf umgerechnet über 1,9 Mrd. Euro.

Im vergangenen Herbst verhängte Italien gegen OneCoin eine Geldbuße in Höhe von 2,5 Mio. Euro, nachdem die italienische Kartell- und Verbraucherschutzbehörde (AGCM) feststellte, dass die Organisation als Pyramiden- oder Ponzi-System sei.

Im Januar dieses Jahres haben Vertreter der bulgarischen Strafverfolgungsbehörden sowie der Strafverfolgungseinheiten der Europäischen Union das Büro von OneCoin in Bulgarien auf Anordnung der deutschen Staatsanwaltschaft durchsucht. Es wurden zwar Dokumente und Server aus den Büros beschlagnahmt und 50 Zeugen befragt, aber keine Verhaftungen vorgenommen.

Cointelegraph warnte seine Leser bereits im Jahr 2015, sich von OneCoin fernzuhalten und bezeichnete die Organisation als Betrug.