Chip-Hersteller TSMC: Krypto-Mining-Umsatz eingebrochen

Der große Chip-Hersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) verzeichnete im Jahr 2018 einen deutlichen Umsatzrückgang im Hinblick auf Krypto-Mining. Das wurde im Finanzbericht des Unternehmens aus dem vierten Quartal 2018 enthüllt, der am 17. Januar zusammen mit einem Transkript der Umsatzprognose veröffentlicht wurde.

TSMC hat keine konkreten Daten zu seinem Krypto-Mining-Geschäft preisgegeben - auch nicht zu seinem Hochleistungsrechnersegment (HPC). Im Transkript der Umsatzprognose hat der TSMC-CEO & Vizevorstand C.C. Wei erklärt, dass das HPC, wenn man Krypto ausnimmt, leicht gewachsen ist. Er sagte dazu:

"Kryptowährung verzeichnet allerdings einen starken Rückgang von 2018 auf 2019. Wenn wir also die Kryptowährung mit HPC zusammennehmen, ist das ein großer Rückgang. Er ist fast zweistellig."

Er wurde daraufhin um genauere Daten gebeten. Wei erklärte daraufhin nur, dass Kryptowährungen im vergangenen Jahr viel zum Chip-Umsatz des Herstellers beigetragen hätten, betonte aber, dass die Firma "nicht zu viel über das Segment konkret angeben kann, insbesondere deshalb nicht, da es einem der großen Kunden gehört".

Wie bereits berichtet, ist TSMC als bedeutender Lieferant von anwendungsspezifischen Chips für integrierte Schaltungen (ASIC) für den chinesischen Krypto-Mining-Riesen Bitmain bekannt. Letzterer stand während des anhaltenden Krypto-Bärenmarktes zunehmend unter Druck.

Eine Bernstein-Analyse führte im Februar letzten Jahres 2 bis 3 Prozent des Gesamtumsatzes von TSMC auf kryptowährungsbezogene Umsätze zurück. Wei sieht indessen mit deutlich mehr Umsicht auf das Jahr 2019:

"Okay. In diesem Jahr prognostizieren wir nichts - wir werden bei Prognosen in diesem volatilen Geschäft konservativer. So ist das Kryptowährungs-Mining in diesem Jahr ist viel, viel geringer im Vergleich zum letzten Jahr. Und um wie viel Prozent weniger... Das kann ich jetzt sofort veröffentlichen."

Auf konsolidierter Basis im gesamten Geschäft verzeichnete TSMC im vierten Quartal 2018 einen Umsatz von umgerechnet 8,3 Mrd. Euro - ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der Bericht. Lora Ho, Finanzleiter und leitender Finanz-Vizepräsident, erklärte, dass für das erste Quartal 2019 ein Umsatz von umgerechnet 6,4 bis 6,5 Mrd. Euro prognostiziert wird -  was einem Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht.

Wie diese Woche berichtet, wirkt sich der Bärenmarkt auf die Teilnehmer der Mining-Branche weiterhin aus. Die große  US-Krypto-Mining- und Blockchain-Firma Giga Watt hat kürzlich angekündigt, dass sie den ihren Einrichtungen schließen und den täglichen Betrieb einstellen würde, nachdem sie im November letzten Jahres Insolvenz angemeldet hatte.

Bitmain baut seine multinationalen Aktivitäten weiter ab. Diesen Monat soll das Unternehmen das Mining im US-Bundesstaat Texas ausgesetzt haben, nachdem Ende letzten Jahres das Entwicklungszentrum in Israel geschlossen und lokale Mitarbeiter entlassen wurden.