Israel: Bitmain schließt Blockchain-Förderzentrum wegen schlechter Marktlage

Der chinesische Mining-Riese Bitmain schließt sein Blockchain-Förderzentrum in Israel und entlässt die dazugehörigen Mitarbeiter, wie die Zeitung Globes am 10. Dezember berichtet.

Das Zentrum namens Bitmaintech Israel wurde 2016 gegründet mit der Absicht, Anwendungsmöglichkeiten für Blockchain-Technologie zu erforschen, den Connect BTC Mining-Pool zu verwalten und darüber hinaus eine Infrastruktur für das Bitmain Künstliche Intelligenz (K.I.) Projekt Sophon zu schaffen. Nun steht jedoch dessen Schließung bevor, wobei alle 23 Mitarbeiter ebenfalls entlassen werden sollen.

Gadi Glikberg, Leiter der israelischen Zweigstelle und Vize-Präsident für internationales Marketing bei Bitmain, verlässt im Zuge dessen auch das Unternehmen. Laut Globes führt Glikbert die Schließung auf den anhaltenden Absturz der Kryptomärkte zurück:

„Die Kryptomärkte sind in den letzten Monaten stark gebeutelt, weshalb Bitmain seine Geschäftsaktivitäten auf der ganzen Welt neubewerten musste, um der momentanen Situation gerecht zu werden.“

Bitmaintech Israel wollte bei Redaktionsschluss keinen Kommentar zur aktuellen Meldung abgeben.

Bitmain befindet sich derzeit in zwei Rechtsstreits. Im ersten Prozess geht es um eine Sammelklage mit einem Streitwert von 5 Mio. US-Dollar, der wegen unerlaubtem Mining vor ein kalifornisches Gericht gebracht wurde, wobei sowohl die Bitmain-Tochter in den USA als auch der Hauptsitz in China angeklagt ist.

Die zweite Klage ist zusammen gegen Bitmain, Bitcoin.com, Roger Ver und die Kryptobörse Kraken eingereicht, denen vorgeworfen wird, mit unfairen Methoden gemeinsam Bictoin Cash (BCH) manipuliert zu haben, um daraus Profit zu schlagen.

Im Dezember ist Israel gegen nicht-gemeldete Krypto-Gewinne vorgegangen. Die Zeitung Calcalist berichtete, dass die israelische Steuerbehörde hunderte Verfahren gegen Bürger aufgenommen hat, die scheinbar etwaige Krypto-Einnahmen hinterziehen wollten. Kryptowährungen werden in Israel als finanzielle Vermögenswerte eingestuft, weshalb Privatanleger auf diese eine 25%ige Steuer entrichten müssen.