Die Hashrate des Bitcoin -Netzwerks hat am 23. September einen mysteriösen Flash-Crash verzeichnet. Innerhalb eines Tages ist die Hashrate des Netzwerks dabei von 98.000.000 TH/S auf 57.700.000 TH/s abgesackt.
Bei Redaktionsschluss hat sich das Niveau wieder auf 92.800.295 TH/S erholt - liegt aber immer noch knapp unter seinem jüngsten Rekord von 102.848.135 am 18. September, wie Daten von Blockchain.com zeigen:
Bitcoin-Netzwerk-Hashrate, Oktober 2018 bis heute. Quelle: blockchain.com
Bestimmter Grund oder Zufall?
Wie berichtet wurde, brach dieser scharfe, plötzliche Rückgang die Rekordsträhne des Netzwerks von neuen Hashrate-Allzeithochs im Laufe des Sommers 2019 und löste Spekulationen darüber aus, was den Crash ausgelöst haben könnte.
Eine Erklärung hat der Cointelegraph-Leser "Jeff Brandt" vorgelegt. Er reagierte auf die Berichte über das Phänomen mit der Theorie, dass der vorübergehende Rückgang im Mining mit dem Plan zusammenhänge, die S9 ASIC-Miner von Bitmain vor dem bevorstehenden Schwierigkeitsanstieg des Bitcoin-Netzwerks zu aktualisieren:
"Die nächste Schwierigkeitssteigerung in 2 Tagen wird die Rentabilität der vorherigen Generation des Modells S9 (etwa 50 Prozent des Netzwerks) unter die Gewinnzone sinken lassen. Letzte Woche wurde eine uneingeschränkte Firmware für das Modell S9 veröffentlicht. Jeder große Farmbetreiber arbeitet fieberhaft daran, etwa 3 Millionen Geräte zu aktualisieren. Die neue Firmware umfasst über Optimierungen, die noch mehr Effizienz aus dem S9 herausholen und die Watt/Thash-Sek. von 96W auf ~80W senken. Einige Geräte können ohne Beeinträchtigung der Geschwindigkeit arbeiten, während ältere Geräte ihre Leistung um ~30 Prozent reduzieren müssen, um die gleichen Ergebnisse zu erzielen."
Statistische Faktoren
Christopher Bendiksen, der Forschungsleiter der digitalen Vermögenswertverwaltungsfirma CoinShares, hat den scharfen Anstieg inzwischen einem statistischen Faktor zugeschrieben und behauptete:
"ÖFFENTLICHE BEKANNTMACHUNG: #Bitcoin Hashrate ist keine bekannte Maßeinheit. Sie kann nur aus früheren Blockintervallen geschätzt werden. Die Blockzeiten sind mittels Poisson verteilt, was manchmal eine große Schwankung bei den Blockintervallen verursacht. Wenn mehrere langsame Blöcke hintereinander kommen, sinken diese Schätzungen."
In einem anschließenden Tweet verdeutlichte Bendiksen, dass die starken Spitzen - sowohl nach oben als auch nach unten - bei den beliebten grapfischen Bitcoin-Hashrate-Schätzungen nicht das schnelle Wachstum oder den Rückgang der Hashraten widerspiegeln, sondern "einfach ein Relikt der inhärenten Varianz des PoW-Minings" seien.
Um vermeintlich fehlerhafte Messwerte dieser Art zu vermeiden, sprach sich Bendiksen für die Verwendung eines 7- oder 14-tägigen Durchschnitts zum ablesen der Hashrate-Schätzungen aus. Dazu erklärte er auch:
"Das ist genau der Grund, warum das Bitcoin-Protokoll den Durchschnitt über 2016 Blöcke (2 Wochen bei 10m Blöcken) in seinem Algorithmus für die Anpassung der Schwierigkeit verwendet."
Bereits im November 2017 verzeichnete Bitcoin einen plötzlichen Abschwung seiner Hashing-Leistung um fast 50 Prozent. Das schürte damals Befürchtungen, dass Miner auf das geforkte Netzwerk Bitcoin Cash (BCH) umsteigen könnten.
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