US-Kryptobranche will rechtliche Einstufung von Kryptos selbst übernehmen

Mehrere große Player der amerikanischen Kryptobranche, darunter auch Coinbase und Kraken, haben sich zusammengetan, um festzulegen, welche Kryptowährungen als Wertpapiere eingestuft werden sollten.

Krypto-Ratings sollen ab dem 30. September erstellt werden

Wie das Wall Street Journal (WSJ) am 30. September berichtet, haben namhafte Größen der amerikanischen Kryptobranche die sogenannte „Crypto Ratings Council“ gegründet, die wiederum ein Rating-System erstellen soll, das Kryptowährungen, je nach ihrer Ausgestaltung, einstuft.

Laut Bericht gehören neben Coinbase und Kraken zu der Crypto Ratings Council noch Circle Internet Financial, Bittrex, Genesis Global Trading, Grayscale Investments, Anchor Labs und die DRW Holdings. Allerdings will der „Krypto-Ausschuss“ noch weitere Mitglieder in seine Reihen aufnehmen.

Bewertungsskala von 1 bis 5

Der Krypto-Ausschuss will seine Arbeit ab dem 30. September aufnehmen, wobei dieser für jede einzelne Kryptowährung ein Rating zwischen 1 bis 5 erstellen wird, das dessen Klassifikation widerspiegelt. Der höchste Wert würde dementsprechend bedeuten, dass eine Kryptowährung als Wertpapier aufzufassen ist und deshalb nicht ohne behördliche Genehmigung gehandelt werden darf.

In diesem Zusammenhang soll Bitcoin (BTC) wohl mit 1 eingestuft werden, da Vertreter der amerikanischen Aufsichtsbehörden zuletzt hatten durchsickern lassen, dass die marktführende Kryptowährung nicht als Wertpapier angesehen wird.

Brian Brooks, der Chef-Jurist von Coinbase, der sich das Rating-System ausgedacht hat, begründet dessen Einführung mit der Tatsache, dass die rechtliche Einstufung von Kryptowährungen immer noch „eine der dringendsten Fragestellungen der Kryptobranche ist“, weshalb besonders institutionelle Investoren sich noch nicht richtig in den Markt trauen.

Mary Beth Buchanan, Rechtsanwältin der Kryptobörse Kraken, hofft, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC die Gründung des Krypto-Ausschusses und Rating-Systems als positiven Schritt sieht, mit dem die Branche zeigt, dass sie sich um die Klärung dieser Fragestellung bemüht.

Verbindung zum Blockchain Verband

Laut Wall Street Journal handelt es sich bei einigen der teilnehmenden Unternehmen gleichsam um Mitglieder des amerikanischen Blockchain-Verbandes. Die „Blockchain Association“ ist wiederum eine Lobbygruppe, die sich dafür stark macht, dass der Großteil der Kryptowährungen vom Wertpapiergesetz ausgenommen werden.

Am 26. September hatte die SEC-Kommissarin Hester Peirce, die auf Grund ihrer positiven Haltung zur Kryptobranche den Spitznamen „Crypto Mom“ trägt, bemängelt, wie ihre Behörde bei der Regulierung von Kryptowährungen vorgeht. Dahingehend forderte sie, dass die Krypto-Regulierung insgesamt weniger „bevormundend“ sein sollte:  

„Wenn man möchte, dass die Regierung offen gegenüber Innovationen ist, dann kann man sich am Ende nicht bei der Regierung beschweren, wenn man daraus einen Nachteil zieht. Dann kann man nicht einfach sagen ‚Hey, warum habt ihr mich nicht vor meiner eigenen Entscheidung geschützt.‘ […] Ich denke, insgesamt sollten wir weniger bevormundend sein.“