Kryptomärkte im Minus - Europäische Aktien schwanken wegen Brexit

Donnerstag, 11. April - Nach einer Woche mit vielen Zuwächsen verzeichnen alle der Top-20-Kryptowährungen leichte bis moderate Verluste über den Tag bis Redaktionsschluss. Bitcoin (BTC) sinkt auf die Marke von 5.100 US-Dollar (4.531 Euro) zurück.

Marktvisualisierung von Coin360

Marktvisualisierung von Coin360

Bitcoin ist über den Tag um fast 2,8 Prozent gesunken und lag bei Redaktionsschluss laut CoinMarketCap bei etwa 5.106 US-Dollar (4.537 Euro). Der Top-Coin hat eine Woche lang nahezu durchgehend ein Wachstum verzeichnet und erreichte gestern, am 10. April, ein Mehrmonatshoch von über 5.420 US-Dollar (4.816 Euro).

Mit der heutigen Korrektur hat über die Woche betrachtet Bitcoin ein Plus von rund 3,3 Prozent verzeichnet.

Bitcoin 7-Tage-Kurschart

Bitcoin 7-Tage-Kurschart. Quelle: CoinMarketCap

Ethereum (ETH), der größte Altcoin nach Marktkapitalisierung, hat einen Kursrückang erlitten. Über den Tag ist er um 7,8 Prozent gefallen und lag daraufhin bei 166,23 US-Dollar (147,70 Euro). Der Altcoin ist im Laufe der Woche im Zickzack gestiegen und gefallen. Zunächst erreichte er am 8. April ein Wochenhoch von über 180 US-Dollar (160 Euro). Daraufhin ist er trotz eines kurzen Anstiegs gestern auf seinen aktuellen Kurs gefallen. Über die Woche betrachtet ist Ethereum immer noch 3 Prozent im Plus.

Ethereum 7-Tage-Kurschart

Ethereum 7-Tage-Kurschart. Quelle: CoinMarketCap

Ripple (XRP) hat über den Tag einen Verlust von 5,8 Prozent verzeichnet und liegt derzeit bei etwa 0,335 US-Dollar (Euro). Über die Woche betrachtet erreichte der Altcoin am 5. April mit 0,373 US-Dollar (0,331 Euro) seinen Höchststand und verzeichnet seitdem einen gemäßigten und stetigen Rückgang. XRP ist über die Woche betrachtet nun bei einem Minus von fast 2,4 Prozent.


Ripple 7-Tage-Kurschart

Ripple 7-Tage-Kurschart. Quelle: CoinMarketCap

Unter den Top-10-Kryptowährungen hat Litecoin (LTC) die schwersten Verluste erlitten. Er ist über den Tag um 9,8 Prozent gefallen und lag daraufhin bei 79,40 US-Dollar (70,55 Euro). Dicht dahinter liegt die fünftgrößte Kryptowährung Bitcoin Cash (BCH), die ein Minus von 8,35 Prozent über den Tag bis Redaktionsschluss verzeichnete.

Die größten Verlierer unter den Top 20 sind Ontology (ONT), der auf Platz 19 liegt und ein Minus von 13 Prozent verzeichnete, Tron (TRX) auf Platz 11 mit 11,3 Prozent und NEO auf Platz 16 mit fast 11,75 Prozent.

Tezos (XTZ), der auf Platz 20 rangiert, verzeichnete mit nur 1 Prozent bis Redaktionsschluss die mildesten Verluste unter den Top-20-Coins.

Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen liegt derzeit bei rund 173,2 Mrd. US-Dollar (153,9 Mrd. Euro). Über die Woche betrachtet ist das ein Rückgang um 0,4 Prozent.

Gesamtmarktkapitalisierung Kryptowährungen

Gesamtmarktkapitalisierung Kryptowährungen. Quelle: CoinMarketCap

In Sachen Krypto- und Blockchain gab es einige Entwicklungen. Die Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde hat gestern gesagt, dass Blockchain-Innovatoren die traditionelle Finanzwelt aufrütteln und einen deutlichen Einfluss auf die weiteren Schritte der etablierten Akteure haben.  

In der Zwischenzeit hat das US-Energieministerium die zweite Phase eines Projektes zur Nutzung der Blockchain zur Förderung der Sicherheit von Kraftwerken eingeleitet. Das Projekt zielt darauf ab, die Technologie zur Verhinderung von Remote-Angriffen, wie etwa den auf das ukrainische Netz im Jahr 2016, einzusetzen.

Die traditionellen europäischen Märkte schwanken nach dem gestrigen Beschluss des EU-Gipfels. Dabei wurde beschlossen, Großbritannein eine "Flextension" von bis zu sechs Monaten für die Frist in Bezug auf den Artikel 50 im Zusammenhang mit dem Brexit einzuräumen. Der paneuropäische Stoxx 600 lag kurz nach der Marktöffnung etwas niedriger. Dabei tendierten die Sektoren und Hauptbörsen in entgegengesetzte Richtungen, wie CNBC berichtete.

Unterdessen veröffentlichte die Internationale Energiebehörde (IEA) heute Morgen ihren monatlichen Ölmarktbericht. In diesem führte sie den dramatischen Preisanstieg auf einen Wende im Hinblick auf das Angebot zurück, nachdem das neue Wiener Abkommen umgesetzt und die Sanktionen gegen den Iran und Venezuela effektiver geworden sind.

Laut der IEA-Angebotsanalyse sie die Rohölproduktion aus den OPEC-Ländern um 550 kb/d auf 30,1 mb/d gesunken. Das globale Ölangebot sank um 340 kb/d und der globale Raffinationsdurchsatz sank um 2,5 mb/d. Die IEA erklärte außerdem, dass aufgrund der jüngsten Militärkrise in Libyen neue Unsicherheiten entstanden seien.