“Crypto Valley” Zug ist jetzt drittgrößter europäischer Standort für Venture Capital

Der als “Crypto Valley” bekannte Schweizer Ort Zug ist nach Investitionsvolumen jetzt der drittwichtigste Standort für Venture Capital in Europa, so ein am 11. September von Speedinvest und Frontline veröffentlichter Report zur Startup-Landschaft in der DACH-Region.

Wie Speedinvest in dem Report berichtet, rangierte Zug bei Risikokapitalinvestitionen im ersten Halbjahr 2018 mit einem Volumen von knapp 40 Millionen US-Dollar erstmals auf dem dritten Platz. Das ist nur knapp hinter Paris mit etwas mehr als 50 Millionen US-Dollar. London lag weiterhin mit fast 200 Millionen US-Dollar Venture Capital-Volumen unter allen europäischen Städten auf dem ersten Platz.

Damit hat Zug die deutsche Hauptstadt Berlin mit einem geringfügigen größeren Investitionsvolumen im ersten Halbjahr auf Rang vier verwiesen. Angesichts der deutlich kleineren Größe von Zug ist das ein eindrucksvolles Ergebnis. Wie Speedinvest erläutert, handelt es sich bei den in Zug beheimateten Startups vorwiegend um Projekte aus dem Krypto-Sektor. Als Empfänger von Risikokapital in Zug führt der Report die Crypto Fund AG, Lykke, Apaix, bexio, Advanon, Knip, Bancor, Melonport und Polkadot auf.

Mit einem Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro schaffte es die Crypto Fund AG sogar auf Platz 23 der größten Risikokapital-Projekte in der DACH-Region von 2017 und 2018. Neben dem Krypto- und Fintech-Bereich spielen in der Schweiz aber auch Projekte aus den Bereichen BioTech, MedTech und Konsumgüter eine wichtige Rolle. Während Zug aber vor allem Kapital für den Kryptobereich anzieht, sind die in den anderen Sektoren tätigen Startups auch in Zürich angesiedelt, welches innerhalb Europas der siebtgrößte Venture Capital-Standort ist.

Die deutsche Hauptstadt Berlin, bei der im Zusammenhang mit Krypto-Startups viel weniger oft als Hub die Rede ist, hat laut Speedinvest eine der größten Krypto-Communities in ganz Europa. Dies passt zu der Einschätzung des Ethereum-Mitbegründers Joseph Lubin, welcher im Juli Berlin als wichtigste Stadt im Blockchain-Kosmos bezeichnet hat.

Von dem von manchen Beobachtern befürchteten Krypto-Exodus aus der Schweiz zu anderen besser regulierten Standorten wie Liechtenstein, Gibraltar oder Malta ist, zumindest aus der Sicht des Speedinvest-Reports, bislang nichts zu spüren.