Think-Tank: Kryptowährungen aktuell nicht für Terrorismusfinanzierung geeignet

Kryptowährungen sind für die Zwecke von terroristischen Vereinigungen nicht gut geeignet, wie der gemeinnützige US-Think-Tank RAND Corporation am 27. März in einem Bericht erklärte.

Der Bericht mit dem Titel "Terroristische Nutzung von Kryptowährungen: Technische und organisatorische Barrieren und zukünftige Bedrohungen" konzentriert sich auf zwei Hauptaspekte. Zum einen die Art und Weise, wie Terroristen Kryptowährungen in ihrem derzeitigen Stand verwenden und zum anderen, wie sie diese im Laufe der Entwicklung der Branche in der Zukunft möglicherweise nutzen könnten.

Die Autoren glauben, dass Kryptowährungen derzeit keine wesentliche Bedrohung im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung darstellen würden. Sobald Kryptowährungen jedoch Anonymität und bessere Sicherheit bieten und eine angemessene staatliche Regulierung fehlt, würde das Risiko steigen, dass sie möglicherweise von Terroristen genutzt werden.

Darüber hinaus glaubt RAND, dass der Handel in Ländern ohne eine angemessene Regulierung oder auf unregulierten Märkten, wie etwa dem Darknet, das Risiko einer illegalen Krypto-Nutzung erhöhe.

Trotz dieser Bedrohungen könnten eine Regulierung und Aufsicht über die Branche sowie eine internationale Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten verhindern, dass Krypto von Terroristen zur Finanzierung ihrer illegalen Aktivitäten verwendet werde, so RAND.

Es heißt außerdem, dass terroristische Gruppen sie wahrscheinlich nicht in vollem Umfang nutzen würden, solange es immer wieder neue Krypto-Hacks gibt und die Kurse schwanken.

Die RAND Corporation (kurz für Research ANd Development, zu Deutsch: Forschung und Entwicklung) ist ein globaler Think-Tank in Washington D.C., der Untersuchungen und Analysen für das US-Militär durchführt. RAND-Mitglieder haben auch schon Beiträge in Sachen Technologie, künstlicher Intelligenz und der Entwicklung des Internets geleistet.

Wie Cointelegraph bereits berichtete, hat das US-Repräsentantenhaus im September 2018 ein Gesetz verabschiedet, in dessen Rahmen eine Krypto-Taskforce eingerichtet werden soll. Das Ziel dabei ist es, die Verwendung von Krypto durch Terroristen zu bekämpfen. Das Gesetz umfasste auch Belohnungen für die Unterstützung der Regulierungsbehörden durch Lieferung von Informationen, die "zu Verurteilungen im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Währungen für terroristische Zwecke führen".

Die Menge an Bitcoin (BTC), die an versteckte Netzwerkmärkte geschickt wurde, die im Zusammenhang mit dem Darknet stehen, stieg im Jahr 2018 um 70 Prozent. In einem aktuellen Bericht von Chainalysis heißt es, dass die Darknet-Aktivität von der BTC-Kursentwicklung kaum beeinflusst werde. Das heißt, dass die Aktivität nicht unbedingt abnimmt, wenn der Kurs fällt.