Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph.com wieder. Jeder Investment- und Handelsschritt birgt ein Risiko und man sollte gut recherchieren, bevor man eine Entscheidung trifft.
Die Marktdaten stammen von der HitBTC-Börse.
Letzte Woche endete die relativ geringe Volatilität auf dem Kryptowährungsmarkt. Fast alle Kryptowährungen haben starke Rückgänge verzeichnen können, was bei Händlern und Investoren erneut zu Angst führte. Wie immer, wurde schließlich - zumindest vorübergehend - ein Boden erreicht, durch den die Kryptowährungen wieder nach oben abprallten.
Auf der anderen Seite waren die globalen Aktienmärkte relativ stabil und hielten sich nach starken Einbrüchen in den vergangenen Wochen über dem Support. Überwiegend formen die großen Aktienmärkte weiterhin zu einen potenziellen Boden. Eine Ausnahme dabei ist der indische Markt, der seit letzter Woche durch wichtige Support-Level durchgebrochen ist.
Globale Aktienmärkte: halten sich stabil
Der deutsche DAX Index und der S&P 500 haben die Aufwärtsbewegung mit jeweils 3,63 Prozent und 3,54 Prozent angeführt. Anfang der Woche hat der DAX ein neues Trendtief von 11.831,0 erreicht und daraufhin einen Support an der langfristigen Aufwärtstrendlinie und am vorherigen Schwankungstief vom August bekommen. Er hat sich im Intraday schnell wieder erholt und mit einem Tageshoch geschlossen. Nichtsdestotrotz bleibt er weiter in einem Abwärtstrend nachdem er durch ein Signal für die Weiterführung des Bärentrends vor zwei Wochen eingebrochen ist.
Der UK FTSE Index und der Shanghai Composite haben jeweils um bescheidene 2,19 Prozent auf 7.224,50 und 1,62 Prozent auf 3.307,17 zugelegt. Die Resistance der Trendlinie ist weiterhin über dem FTSE und wurde in den letzten Wochen mehrmals getestet. Damit hat sie einen Fortschritt verhindert. Der Index läuft daher Gefahr, unter das Tief von 7.062,10 von letzter Woche zu fallen. Gleichzeitig zeichnet sich ein potenzieller Bullen-Doppelboden ab. Doch dieser hat sich noch nicht bestätigt. Diese Bestätigung erhalten wir erst, wenn er eine Rally bis auf das Zweiwochenhoch bei 7.326 hinlegt.
Hang Seng: Blick nach oben
Seit dem von 33.484,1 vom Januar hat der Hong Konger Hang Seng Index zweimal Support an der langfristigen Aufwärtstrendlinie bekommen und hält sich weiter. Das Tief der letzten Woche von 29.852,40 war das zweite Mal, dass der Index von der Support-Zone um diese Linie abprallte. Das sagt uns, dass wir diese Linie im Auge behalten müssen und nach Anzeichen für eine Änderung des Verhältnisses zwischen Kurs und Linie Ausschau halten müssen. Man beachte außerdem, dass die braune Supportliniedes 100-Tages-Durchschnitts (MA) im beiliegenden Chart seit einem Jahr schon parallel zur Trendlinie verläuft. Die 100-Tages-MA liegt aktuell bei 30.081,39.
Das wahrscheinlichste nächste Ziel für den Hang Seng dürfte zwischen etwa 32.522,1 und 32.552,1 liegen. Dort wäre ein ABCD-Muster vollständig und das 78,6-prozentige Fibonacci-Retracement wäre ebenfalls erreicht.
Wenn er stattdessen unter das Tief der letzten Woche fällt, dann bewegt sich der Index zunächst auf das kürzliche Schwankungstief von 29.129,30 bei A zu. Daraufhin kommt er in eine Kurszone zwischen etwa 28.588,50 und 28.495,77, die sich aus der vorherigen Resistance-Spitze im Mai 2015 und dem 200-Tages-MA (violette Linie) zusammensetzt.
BSE 30 Sensex: Support nach unten durchbrochen
Der indische BSE 30 Sensex Index ist gerade so noch von seinem Fall auf den Support des 100-Tages-MAs (braune Linie) und auf den 78,6-prozentigen Fibonacci-Retracement-Bereich vom Februar abgeprallt. Als er den Support erreicht hat, bildete der Sensex bis letzte Woche ein relativ schmales rechteckiges Konsolidierungsmuster um den Support des MA und sowohl oberhalb als auch unterhalb der langfristigen Aufwärtstrendlinie. Daraufhin brach der Index unter das Rechteckmuster und unter den 100-Tages-MA durch. Letzte Woche hat der Sensex die schlechteste Leistung unter den sieben genannten Indexen gezeigt und fiel um 739,80 oder 2,17 Prozent auf 33.307,14.
Knapp unter dem Tief der letzten Woche von 32.991,14 liegt die nächste wichtige Support-Zone zwischen etwa 32.737 und 32.360. Diese besteht jeweils aus dem 200-Tages-MA und den vorherigen Support- und Resistance-Leveln. Man beachte, dass ein Fall unter das Schwankungstief von 32.565 vom Dezember die Aufwärtstrend-Kursstruktur unterbrechen würde und daher wahrscheinlich zu einer tiefer gehenden Korrektur führen wird.
Das Hoch der letzten Woche hat ein 88,6-prozentiges Fibonacci-Retracement des vorherigen Aufwärtstrends vervollständigt. Wenn das Hoch der letzten Woche von 34.060,13 überschritten wird, könnte der Sensex sogar noch höher springen. Solange das Hoch der letzten Woche nicht durchbrochen wird, besteht der Druck nach unten weiterhin sehr stark.
Kryptowährungen: erschütternde Leistung
Kryptowährungs-Freunde wurden letzte Woche erneut erschüttert, da die meisten Coins in relativ kurzer Zeit bedeutend gefallen sind. Es gab eine Reihe von Faktoren, die zu der Verkaufswelle beigetragen haben könnten:
Hack-Angriffe - Es kreisten Berichte über Hack-Angriffe auf die Handelsroboter-Apps von Binance, einer Top-Handelsbörse, umher.
Angst durch Regulierungen - Die US-Wertpapier- und Börsenkommission kündigt einen Plan für die Regulierung von Kryptobörsen an. Dabei sollen diese als Wertpapierbörsen reguliert werden, was eine weitere Regulierungsschicht für die Industrie in den USA darstellt.
Großes Angebot - Der Insolvenztreuhänder von Mt. Gox hat seit Ende September Bitcoin und Bitcoin Cash im Wert von etwa 324 Mio. Euro verkauft. Es wird berichtet, dass noch etwa 1,4 Mrd. Euro an Vermögenswerten verkauft werden sollen. Natürlich schürt das die Befürchtungen, dass ein großes Angebot für einen unbekannten Zeitraum die Kurse gedrückt hat und weiterhin drücken wird.
Diese Nachrichten mögen zwar eine Rolle bei der Bewegung auf dem Markt gespielt haben, aber fast in allen Fällen hat sich schon vorher eine Bärenstimmung abgezeichnet und auf niedrigere Kurse hingedeutet. Die Nachricht haben allenfalls die Bewegung in die Richtung, die der Kurs bereits eingeschlagen hat, beschleunigt. Für diejenigen, die flink und in der Lage waren kurzfristig zu verkaufen, haben sich ein paar nette Gelegenheiten geboten.
IOTA und Dash waren die größten Verlierer. IOTA ist um 0,53 US-Dollar (0,43 Euro) oder 27,9 Prozent gefallen und hat mit 1,38 US-Dollar (1,12 Euro) geschlossen. Dash ist um 109,40 US-Dollar (88,88 Euro) oder 18,1 Prozent gefallen und hat bei 494,88 US-Dollar (402,07 Euro) geschlossen. Dash ist weiterhin klar im Abwärtstrend, was man an seiner Trendlinie, gleitenden Durchschnitt und Kursstruktur (niedrige Hochs und niedrigere Tiefs) erkennen kann. Der Kurs ist durch den Support des 200-Tages-Durchschnitts nach unten durchgebrochen und testet den Support des Schwankungstiefs von 376,05 US-Dollar (305,52 Euro) vom Februar. Das Tief der letzten Woche lag bei 438,80 US-Dollar (356,51 Euro).
Obwohl Ripple um 0,07 US-Dollar (0,06 Euro) oder 8,4 Prozent auf schließlich 0,82 US-Dollar (0,67 Euro) gefallen ist, hat er unter den acht Kryptowährungen den geringsten Verlust gemacht. Anfang der Woche hat Coinbase mit dem Gerücht aufgeräumt, dass die Börse den Ripple auf seiner Plattform aufnehmen werde. XRP bleibt zwar weiterhin in einem Abwärtstrend, aber immer noch über seinem 200-Tages-Durchschnitt, während andere große Kryptos schon unter ihrem 200-Tages-Durchschnitt liegen. Kurz nach Ripple folgt der Litecoin mit einem Rückgang von 12,8 Prozent. Litecoin ist um 27,28 US-Dollar (22,16 Euro) gefallen und hat bei 186,04 US-Dollar (151,15 Euro) geschlossen, ganz nah an der Resistance seiner 50-Tages-Linie. Bis zum Rückgang letzte Woche hat er sich wochenlang über dem Support der 50-Tages-Linie gehalten.
Ethereum: von einem soliden Support aus nach oben gesprungen, aber kann er sich halten?
Ethereum hat letzte Woche mit einem Verlust von 129,89 US-Dollar (105,53 Euro) oder 15,2 Prozent bei 724,61 US-Dollar (588,71 Euro) geschlossen. Er bleibt weiterhin klar im Abwärtstrend und liegt unter der 50-Tages-Linie, die weiterhin fällt. Aber er liegt auch über seinem 200-Tages-Durchschnitt, der nach wie vor steigt. Das Tief der letzten Woche lag bei 637,73 US-Dollar (518,13 Euro), womit es etwa an der Kreuzung zwischen dem 78,6-prozentigen Fibonacci-Retracement und der 127,2-prozentigen Fibonacci-Projektion lag. Die Projektion hat auch ein ABCD-Muster vervollständigt bzw. eine gemäßigte Bewegung, bei der das zweite Leg nach unten vom Schwankungshoch bei Punkt A bei etwa 127,2 Prozent der Kursänderung im ersten Leg nach unten lag.
Die wichtige Resistance, die man im Auge behalten sollte, liegt nah an der Downtrendlinie. Der Kurs von ETH/USD müsste täglich knapp über der Linie schließen bevor man sagen kann, dass der Sprung nach oben vom Boden der letzten Woche aus (bei D) sich fortführen wird. Wenn der Kurs noch weiter unter das Tief der letzten Woche rutscht, dann sollte man nach einem Support an der Kreuzung zwischen mehreren Fibonacci-Kurs-Leveln bei etwa 612,67 US-Dollar (497,77 Euro) Ausschau halten. Danach liegt eine Kurszone zwischen etwa 587,07 US-Dollar (476,97 Euro) (der 200-Tages-Durchschnitt) und dem aktuellen Schwankungstief von 565,54 US-Dollar (459,48 Euro).
IOTA: relativ schwach
IOTA ist seit dem Rekordhoch von 5,80 US-Dollar (4,71 Euro) im Dezember nach einem klaren Downtrendmuster gefallen. Er hat nicht nur letzte Woche die schwächste Leistung gezeigt, sondern sogar die schwächste Leistung bisher im Jahr 2018 insgesamt, da er um 60,6 Prozent gefallen ist. Letzte Woche war er in einer besonderen Situation. Er war nämlich die einzige von acht Kryptowährungen, die unter sein Schwankungstief vom Februar gefallen ist. Das ist ein Anzeichen von relativer Schwäche im Vergleich zu den anderen sieben Kryptowährungen auf unserer Liste. Das Tief vom Februar lag bei 1,20 US-Dollar (0,97 Euro) und letzte Woche ist der Kurs von IOTA/USD auf 1,136 US-Dollar (0,92 Euro) gefallen. Daraufhin hat er sich wieder nach oben erholt. Außerdem ist die Kryptowährung seit dem Rückgang letzte Woche nun klar wieder unter seinem 200-Tages-Durchschnitt (lila Linie), nachdem er in den letzten paar Wochen überwiegend darüber lag.
Die Resistance beim 200-Tages-Durchschnitt liegt nun bei 1,71. Auch die Downtrendlinie ist nicht weit weg. Die braune, fallende 50-Tages-Linie auf dem Chart zeigt, dass er der Downtrendlinie in den letzten paar Monaten gefolgt ist. Das bedeutet, dass auf einen Bullen-Ausbruch aus der Linie ziemlich schnell ein Durchbruch über den Durchschnitt folgen muss, der sich aktuell bei 1,965 US-Dollar (1,59 Euro) befindet. Bis dahin geht der Downtrend weiter.
Die Marktdaten stammen von der HitBTC-Börse; die Diagramme für die Analyse stammen aus TradingView.
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