Projekt des ehemaligen CFTC-Chefs will Vorzüge eines „Digitalen Dollars“ aufzeigen

Der ehemalige Vorsitzende der amerikanischen Aufsichtsbehörde für Futures- und Optionsmärkte (CFTC) hat im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos neue Details zu seinem „Digital Dollar“ Projekt offengelegt.

Am 22. Januar hat der ehemalige CFTC-Chef J. Christopher Giancarlo bestätigt, dass das „Digital Dollar“ Projekt, die Vorteile einer amerikanischen Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) aufzeigen soll. Dies geht aus schriftlichen Anmerkungen zu einem Event des Krypto-Nachrichtenportals The Block hervor, das in Davos abgehalten wurde.                 

Im Rahmen des Events soll Giancarlo erstmals über sein Blockchain-basiertes Projekt sprechen, was bereits in der vergangenen Woche angekündigt wurde.

Digital Dollar Projekt soll digitalem US-Dollar auf die Sprünge helfen

Zuvor hatten die Initiatoren des Digital Dollar Projekts in zwei separaten Artikeln des Wall Street Journals erste Details offengelegt. Dabei wurden Zentralbank-Digitalwährungen jedoch noch nicht explizit erwähnt.

Im Gegensatz zu „normalen“ Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) oder auch Stablecoins wie Tether (USDT) handelt es sich bei Zentralbank-Digitalwährungen, die auch als CBDCs abgekürzt werden, um die digitale Form einer staatlichen Währung, die speziell von der jeweiligen Zentralbank herausgegeben wird. Auch in den USA gibt es mittlerweile Bestrebungen, eine solche CBDC zu erforschen.

In den Anmerkungen von Giancarlo heißt es nun, dass das Digital Dollar Projekt „ein Rahmenwerk entwickeln wird, um die Einführung einer US-Dollar basierten Zentralbank-Digitalwährung umsetzen zu können“. Dem fügt er an:

„Letztendlich soll das Projekte Wege und Möglichkeiten für die Einführung einer Zentralbank-Digitalwährung aufzeigen, die die Durchsetzung von Geldpolitik und die Stabilität des Finanzmarktes verbessern kann.“

„Von entscheidender Bedeutung“

Giancarlo betont allerdings auch, dass viele Zentralbanken den CBDCs weiterhin skeptisch gegenüberstehen, da die langfristigen Auswirkungen der Digitalwährungen auf die jeweiligen nationalen Finanzsysteme und Volkswirtschaften nur schwer abzuschätzen sind. Zudem verweist er noch auf weitere Risiken hinsichtlich Datenschutzes, Sicherheit, Betrug und Geldwäsche.

Trotz all dieser Risiken ist Giancarlo der Überzeugung, dass die Einführung eines digitalen US-Dollars „von entscheidender Bedeutung“ sei, besonders vor dem Hintergrund, dass andere Länder hier schon viel weiter sind.

„Die Einführung eines digitalen US-Dollars ist von entscheidender Bedeutung, um die Attraktivität des Dollars in Relation zu anderen Digitalwährungen aufrechtzuerhalten und damit die Rahmenbedingungen des internationalen Geldmarktes zu stabilisieren.“

Wie Cointelegraph zuvor berichtet hatte, wird das Digital Dollar Projekt vom großen Beratungsunternehmen Accentue unterstützt, das angeblich bereits mit der schwedischen Zentralbank an einer eigenen Digitalwährung für das skandinavische Land arbeitet.

Daniel Gorfine, einer der Mitgründer des Projekts, der zuvor die Fintech-Forschungsabteilung der CFTC geleitet hatte, hat gegenüber Cointelegraph angegeben, dass das Digital Dollar Projekt alle wichtigen Aspekte einer amerikanischen Zentralbank-Digitalwährung in Betracht ziehen wird, darunter „rechtliche, wirtschaftliche, datenschutzrechtliche, technische und sicherheitsrelevante Aspekte“.