Ex-CFTC-Vorsitzender will Blockchain-USD mit neuem Thinktank fördern

J. Christopher Giancarlo, der ehemalige Vorsitzende der Regulierungsbehörde CFTC, plant mit einem neuen Think Tank den Blockchain-basierten US-Dollar zu fördern.

Giancarlo, der auch "Crypto Dad" genannt wird, weil es bei der Blockchain-Regulierung die Devise "keinen Schaden" vertrat, gründet nun einen Think Tank namens Digital Dollar Foundation, um die Digitalisierung des US-Dollars zu fördern.

Giancarlos digitaler Dollar basiert auf Technologie hinter Bitcoin

Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom 16. Januar gründet der Ex-CFTC-Vorsitzende die gemeinnützige Stiftung, um die Aussichten für die Umwandlung des Dollars in eine "vollelektronische Währung auf Basis von Blockchain", der Technologie hinter Bitcoin (BTC), zu untersuchen.

Die Initiative soll die Forschung und die Erforschung der potenziellen Vorteile einer Digitalisierung des US-Dollars fördern und wird voraussichtlich am 16. Januar gestartet.

Mutmaßlicher E-Krone-Partner Accenture unterstützt das Projekt und die Stiftung

Sowohl die neue Stiftung als auch das Digital-Dollar-Projekt von Giancarlo werden von der globalen Beratungsfirma Accenture PLC unterstützt, so der Bericht. Im Dezember 2019 gab Schwedens Zentralbank bekannt, eine Partnerschaft mit Accenture für ihre eigene digitale Währung, die E-Krone, schließen zu wollen.

Weitere Gründer der Digital Dollar Foundation sind auch Daniel Gorfine, ein ehemaliger CFTC-Mitarbeiter, der die Fintech-Forschungsabteilung der Regulierungsbehörde leitete, und Giancarlos Bruder Charles Giancarlo. Charles Giancarlo arbeitete zuvor bei der internationalen Technologie- und IT-Firma Cisco Systems und dem Privatkapitalunternehmen Silver Lake Partners.

Während die Giancarlos und Gorfine die Startfinanzierung für die Stiftung bieten, soll sich Accenture auf die Forschung und logistische Unterstützung konzentrieren, wie Unternehmensvertreter erklärten.

Der Cointelegraph bat Gorfine um einen Kommentar zur Initiative. Bis Redaktionsschluss gab es allerdings noch keine Antwort. Dieser Artikel wird aktualisiert, wenn neue Informationen vorliegen.

Giancarlo: Dollar könnte in Zukunft seinen Status verlieren

Giancarlo hat im Oktober 2019 erstmals eine Initiative für einen digitalen Dollar vorgeschlagen. Er betonte, dass die USA ihre globale Wirtschaftsführung verlieren könnte, wenn sie hinter China zurückfällt, das mit seinem digitalen Yuan problemlos voranschreitet. In einem Interview mit dem WSJ betonte Giancarlo, dass seine Stiftung gemeinnützig sei und die nationalen Interessen der USA fördern wolle. Er sagte:

"Es ist wie mit der physischen Infrastruktur dieses Landes: Wenn man nicht modernisiert und mit der Zeit geht, werden diese Stärken abklingen."

Wie Giancarlo im Oktober argumentierte, müssen die USA einen digitalen Dollar schaffen, da der traditionelle Dollar seinen Status in der Zukunft verlieren könnte, weil Länder digitale Währungen einführen. Er sagte damals:

"Bedeutende Akteure, darunter Zentralbanken und Social-Media-Plattformen, könnten in den nächsten Jahren neue Währungen einführen. Wenn ihre Netzwerke wachsen, könnten sie letztendlich den Status des Dollars als beliebteste Währung für den internationalen Austausch untergraben".

Im September 2019 wurde Giancarlo Mitglied des Beirats der Lobby-Gruppe für digitale Währungen, der Chamber of Digital Commerce.