Deutsche Börse und Commerzbank: Tokenisierte Wertpapiere mit DLT abgewickelt

Die Deutsche Börse und die Commerzbank haben eine gemeinsame Pilottransaktion von Post-Trade-Wertpapieren mit digitalen Token und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) abgewickelt.

Token: Geschäftsbankgeld und Wertpapiere 

An der Transaktion war auch der große deutsche Vermögensverwalter MEAG beteiligt, der der ERGO Gruppe gehört. Die ERGO ist eine der größten deutschen Versicherungsgesellschaften. Das hat die Deutsche Börse am 23. Oktober offiziell bekanntgegeben. Die Technologie dahinter und der Rechtskonzept wurden von der Deutschen Börse und der Commerzbank gemeinsam entwickelt, so das Unternehmen.

Bei dieser Abwicklung wurde eine Liefer- und Zahlungstransaktion sowie eine Übertragung von tokenisiertem Bargeld durchgeführt. Der Ankündigung zufolge wurden die digitalen Token in der Transaktion sowohl mittels Geschäftsbankgeld als auch mittels Wertpapieren ausgegeben. Daraus wurden dann Bargeld-Token und Wertpapier-Token generiert.

Neuer Meilenstein beim DLT-Einsatz im Post-Trade-Bereich

Die Commerzbank setzte tokenisiertes Bargeld auch als Sicherheit an der globalen Börse Eurex Clearing ein, die als zentrale Gegenpartei und Tokenisierer von Bargeld fungierte. Eurex Clearing gehört der Deutschen Börse. 

Die MEAG habe die Wertpapiere gekauft und die Commerzbank habe als Verkäufer und Depot für die Wertpapier-Token agiert, so die Deutsche Börse.

Nach Angaben der Deutschen Börse wurde der gleichzeitige Tausch von Token als endgültige und verbindliche Abwicklung durch Blockchain-Technologie ermöglicht. Damit haben die Transaktionsteilnehmer einen weiteren Meilenstein bei der Erforschung des Potenzials der Distributed-Ledger-Technologie im Post-Trade-Bereich gesetzt, so die Pressemitteilung.

Genehmigung der Regulierungsbehörden für solche Transaktion nötig

Das Konzept dieser Pilottransaktion wurde den Aufsichtsbehörden vorgelegt. Weitere Umsetzungen müssen von diesen erst genehmigt werden, wie die Deutsche Börse hinzufügte.

Frank Wellhöfer, Geschäftsführer der MEAG, erklärte, dass diese Post-Trade-Blockchain-Transaktion eine Reihe von Vorteilen biete. Dabei werde etwa die Beteiligung von Intermediären überflüssig gemacht und der Transaktionsprozess von Wertpapieren beschleunigt. Wellhöfer weiter:

"Die erzeugten Token, die Wertpapiere oder Geld repräsentieren können, werden die Netzwerkeffizienz auf allen Abwicklungsebenen erleichtern und die Grundlage für Standards schaffen. Dies ist wichtig für die Käuferseite: Standards führen zu einer breiteren Marktakzeptanz und schaffen damit Liquidität auf DLT-Plattformen."

Im März 2019 haben die Commerzbank und die Deutsche Börse einen Konzeptnachweis für ein rechtsverbindliches Repo-Geschäft auf Blockchain-basis durchgeführt.