Deutschland: FDP fordert Uni-Abschlüsse auf der Blockchain

Die FDP-Fraktion im deutschen Bundestag hat die Regierung zu konkreten Schritten für die Entwicklung eines öffentlichen Blockchain-Systems für Bildungsnachweise aufgefordert. Ein am 7. November von der FDP veröffentlichter Antrag beschreibt in einer Roadmap, wie ein solches System schnell implementiert werden könnte.

Digitale Zeugnisse für Bewerbungen

Wie die FDP schreibt, könnten im Anschluss an das Studium “die digitalen Zeugnisse für Bewerbungen einfach und vertrauenswürdig geteilt werden” und dadurch “neue Möglichkeiten für automatisiertes Job-Matching entstehen”. “Der Aufwand für die Überprüfung der Korrektheit von angegebenen Leistungen im Lebenslauf” könne mit Hilfe von Blockchain-Technologie deutlich verringert werden.

Von der Regierung verlangt die FDP deshalb konkrete Schritte: Durch die Einbindung “kreativer Akteure aus der Privatwirtschaft” solle die Entwicklung einer entsprechenden Blockchain-Anwendung beschleunigt werden. Als Auftakt einer solchen öffentlich-privaten Partnerschaft solle die Bundesregierung in 2020 einen Hackathon veranstalten. In dem Antrag heißt es dazu:

“Damit soll die weitere Entwicklung von Blockchain-basierten Lösungen für die einfache und vertrauenswürdige Speicherung und Authentifizierung von Leistungsnachweisen angestoßen und beworben werden. Zudem soll im Rahmen eines Bund-Länder-Treffens Strategien zur Nutzung von Distributed Ledger Technologien (DLT) beschlossen werden, die sicherstellen, dass alle Bildungsabschlüsse sowie Studien- und Prüfungsleistungen bis zum Jahr 2021 datenschutzkonform digital abrufbar sind.”

DSGVO soll reformiert werden

Für problematisch hält die FDP-Fraktion in diesem Zusammenhang die aktuelle Fassung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese bedenke “die Blockchain-Technologie mit ihren Möglichkeiten und Anforderungen nicht” mit. Um das geforderte Blockchain-Systems für Bildungsnachweise möglich zu machen, müsse diese deshalb überarbeitet werden. 

Die deutsche Bundesregierung hatte am 18. September ihre Blockchain-Strategie vorgestellt, laut der eine “Blockchain-basierte Verifikation von Leistungsnachweisen” geprüft werden soll.