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Adrian ZmudzinskiAdrian Zmudzinski

Digitaler Euro: „Bargeldähnlicher Datenschutz“ wird schwierigster Kompromiss

Die Beobachter sind überzeugt, dass es besonders im Hinblick auf Datenschutz wichtige Kompromisse bei der Ausgestaltung des digitalen Euro braucht.

Digitaler Euro: „Bargeldähnlicher Datenschutz“ wird schwierigster Kompromiss
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Es ist davon auszugehen, dass Zielkonflikte und Kompromisse zwischen den Institutionen die endgültige Form des digitalen Euro maßgeblich prägen werden. Dies zeichnet sich zumindest angesichts der anhaltenden Debatten über Haltebeschränkungen und Datenschutz ab.

Der EU-Rat hat kürzlich dahingehend bekannt gegeben, dass er das vorgeschlagene Design des digitalen Euro der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützt, das sowohl Online- als auch Offline-Funktionen umfasst.

Laut Apostolos Thomadakis, Leiter der Abteilung für Finanzmärkte und -institute beim Thinktank European Policy Studies, gehört „bargeldähnlicher Datenschutz“ im Einklang mit den geltenden Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche zu den „schwierigsten politischen Kompromissen“ des digitalen Euro.

Der Experte erklärte gegenüber Cointelegraph, dass er davon ausgeht, dass die europäische Politik und die EZB einen Mittelweg finden werden müssen.

„Das Parlament wird wahrscheinlich eine Form des digitalen Euros akzeptieren müssen (zumindest für den täglichen Gebrauch), während die [Europäische Zentralbank und der EU-Rat] Zugeständnisse hinsichtlich strengerer, operativ durchsetzbarer Datenschutzvorkehrungen machen müssen“, führte er gegenüber Cointelegraph aus.

Der digitale Euro ist die von der Europäischen Union geplante digitale Zentralbankwährung (CBDC). Die Diskussionen über die Entwicklung von CBDCs haben weltweit an Intensität zugenommen, da die politischen Entscheidungsträger den Aufstieg von Stablecoins als mögliche Bedrohung für die bestehenden Systeme wahrnehmen.

Europaparlament. Quelle: Diliff Under CC BY-SA 3.0

Datenschutz bleibt wichtiges Thema

Ein Vertreter der Europäischen Kommission erklärte gegenüber Cointelegraph, dass die Institution zwar „keine Spekulationen über den Ausgang der Beratungen anstellen kann“, es jedoch einige Aspekte gibt, die sich wahrscheinlich nicht ändern werden:

„Es scheint eine allgemeine Zustimmung aller Beteiligten zu einer Reihe von Kernpunkten des Kommissionsvorschlags zu geben, darunter der Status des digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, seine Offline-Funktionalität, strenge Datenschutz- und Datensicherheitsvorkehrungen sowie Aspekte der finanziellen Inklusion.“

Weitere Aspekte, die laut Thomadakis noch Änderungen unterliegen, sind unter anderem das vom digitalen Euro erwartete Datenschutzniveau, Akzeptanzregeln und Ausnahmeregelungen sowie Details zur Vergütung von Dienstleistern. Schließlich erklärte er, dass die Haltegrenzen für den digitalen Euro – die verhindern sollen, dass Einlagen aus den Banken abfließen – noch festgelegt werden müssen.

Mireia Llambrich Anto, Finanzdienstleistungsassistentin bei der europäischen Verbraucherorganisation The European Consumer Organization, wies darauf hin, dass derzeit Einigkeit über ein duales Online-Offline-Modell besteht, das Resilienz und Datenschutz unterstützt und gleichzeitig Obergrenzen vorsieht, um das derzeitige Finanzsystem zu erhalten.

Anto erklärte gegenüber Cointelegraph, dass sie Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre und die Zuweisung des Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels erwarte.