EOS-Blockerzeuger kritisiert angebliche Zentralisierung des Netzwerks

Laut EOS-Blockerzeuger "EOS New York" werden sechs registrierte Blockerzeuger im Netzwerk von einem einzigen Unternehmen gesteuert.

In einem am 28. November veröffentlichten Tweet äußerte EOS New York Bedenken über die seiner Meinung nach zunehmende Zentralisierung:

"Sechs registrierte Produzenten auf EOS werden von einem einzigen Unternehmen verwaltet. Das ist inakzeptabel. Wir haben die Unterschriften der 50 größten registrierten Produzenten angefordert, damit alle Token-Inhaber wissen, wer diese Unangemessenheit duldet und wer nicht."

Blockproduzenten und delegierter "Proof-of-Stake"

Im EOS-Ökosystem entsprechen Blockproduzenten (BPs) Minern auf der nach dem Proof-of-Work-Prinzip arbeitenden Bitcoin (BTC)-Blockchain oder Stakingknoten auf einem Proof-of-Stake (PoS)-Protokoll.

Der Unterschied bei EOS liegt im Konsensmechanismus des Netzwerks, dem sogenannten "delegierten Proof-of-Stake", bei dem die Netzwerkteilnehmer - entsprechend den in der Verfassung von EOS festgelegten Governance-Bedingungen - ihre Token einsetzen können, um als "gewählte Delegierte" für Blockproduzenten zu stimmen.

Anstatt EOS-Token wie in einem PoS-System zu setzen, investieren Block-Produzenten ihre Investitionen in Form von Infrastruktur, Gemeindeunterstützung und Entwicklung in das Netzwerk.  

Für diejenigen, die Blockproduzent werden wollen, stellt die Kapazität Infrastruktur bereitzustellen, die für das reibungslose Funktionieren und das kontinuierliche Wachstum des EOS-Ökosystems erforderlich ist, eine Eintrittsbarriere dar.

EOS New York liefert in seinem Twitter-Thread Beweise aus der Datenbank eos.net Registry Domain. Die Daten legen nahe, dass jede der sechs Domains, von denen vermutet wird, dass sie von einer einzigen Entität verwaltet werden, "von derselben Person/Organisation registriert wurden".

EOS NEW York

Screenshot bereitgestellt von EOS NEW York via @eosnewyork, Nov. 26

Reaktion der Community

Als Antwort auf den Tweet von EOS New York argumentierte Twitter-Nutzer James Mart, dass die manuelle und forensische Herangehensweise an das Problem lediglich Zeit in Anspruch nehme und bestenfalls eine "temporäre Lösung" biete. Er sprach sich stattdessen für Reformen der Governance- und Abstimmungsmechanismen aus:

"1T1DV und die zeitliche Gewichtung der Abstimmungen über Dans Stakeholder-Pools muss im Moment unsere oberste Priorität sein. Es wird dieses Problem dauerhaft lösen."

Marts Antwort wurde vom Krypto-Trader Justin Buck in Frage gestellt, der das Problem im Konsensmechanismus selbst aufgedeckt hatte:

"DPOS ist nicht BFT [Byzantinisch Fehlertolerant]. Seien wir offen und ehrlich."

Wie bereits berichtet, hatte EOS-Entwickler Block.one im Oktober dieses Jahres die Veröffentlichung der Version 2.0 des EOSIO-Open-Source-Protokolls angekündigt, welche Performance, Sicherheit und intelligente Effizienzsteigerungen bei Verträgen ermöglichen soll.