Wochenrückblick 10. - 16. Februar: Aktienmärkte gegen Kryptowährungsmärkte

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph.com wider. Jeder Investment- und Handelszug birgt ein Risiko und man sollte gut recherchieren, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die Marktdaten stammen von der HitBTC Börse.

Sowohl der Aktien- als auch der Kryptowährungsmarkt sind letzte Woche in die Höhe gesprungen und haben ihre Verluste damit wieder wett gemacht. Investoren halten weiterhin nach einer Inflation und steigenden Raten Ausschau. Die 10-Jahres-Rendite der US-Wertschatzpapiere haben weltweit die Zinsraten in die Höhe getrieben und letzte Woche seit vier Jahren einen Höchststand von 2,93 Prozent erreicht. Doch bis jetzt sieht es so aus, als ob sich diese Bedenken in Luft auflösen. Der Dollar fällt zur Zeit im Vergleich zu den meisten anderen Anlagegegenständen, was für den Aktienmarkt scheinbar hilfreich ist. Alle großen Aktienmärkte waren im grünen Bereich. Dabei hat der indische BSE Sensex die schwächste Leistung mit einem Plus von lediglich 0,015 Prozent gezeigt.  

 

Asien war letzten Freitag überwiegend geschlossen, da das chinesische Neujahr gefeiert wurde. Doch der Hang Seng konnte seine Vier-Tage-Handelswoche mit einem Plus von 5,4 Prozent bei 31.115,40 abschließen, während der Shanghai Composite um 2,2 Prozent gestiegen ist und mit 3.199,16 geschlossen hat. In Japan hat der Direktor der Bank von Japan (BOJ) bekanntgegeben, dass er für eine weitere Amtszeit bleiben werde. Das wird als Signal für eine weiterhin unterstützte, lockere Geldpolitik gedeutet. Das wurde von den Märkten positiv aufgenommen und der Nikkei 225 stieg daraufhin um 1,6 Prozent auf 21.720,25 für das Wochenende.

Der S&P 500 ist in den letzten sechs Tagen jeden Tag gestiegen (und damit ist bei ihm eine Ruhephase oder Pullback fällig). Das alleine sollte eine Investment-Pause bewirken, denn die Chancen für einen Pullback oder -zumindest einer Ruhephase in naher Zukunft sind hoch. In der neuen Woche sind die US-Finanzmärkte am Montag wegen eines Regierungs- und Bankenfeiertages geschlossen. Das könnte die Liquidität auf den globalen Märkten in der neuen Woche beeinflussen.

Deutscher DAX Index

Der DAX hat vor zwei Wochen bei 13.003,4 einen Support bekommen. Dort hat er ein Fibonacci-Retracement des vorhergehenden Anstiegs von 88,6 Prozent abgeschlossen. Damit war er 11,7 Prozent von seinem Rekordhoch von 13.596,90 von vor einem Monat entfernt. Dieser Tief-Support lag etwa bei einem Schwankungstief vom August letzten Jahres bei 11.868,80. Dabei war der 14-Tages-RSI, also der Relative Strength Index, klar im überverkauften Bereich. Dieser RSI war seit August 2015 der am meisten überverkaufte. Das bedeutet, dass die Aufwärtstrendstruktur von hohen Schwankungshochs und höheren Schwankungstiefs sich gehalten hat. Zumindest bis jetzt. Daher könnte es bald eine ordentliche Erholung geben. Das bedeutet auch, dass das Tief vom August der kritische Support ist. Ein Einbruch unter diesen gefährdet den größeren Bullentrend mit einer tiefergehenden Korrekturphase.

S&P 500 Index (SPX)

The S&P 500 Index hat vor vier Wochen ein Hoch von 2.872,87 erreicht. Diesem Hoch folgte vor zwei Wochen ein steiler Absturz auf den Support bei 2.532,69. Der Support lag direkt am 200-Tages-Durchschnitt (dunkelrote Linie) und beim Fibonacci-Retracement von 61,8 Prozent. Es ist wenig überraschend, dass der Kurs von der 200er-Linie abgewiesen wurde, da das ein bedeutender Durchschnitt ist und dieser das erste Mal seit Langem erreicht wurde. Kurse neigen dazu, an dieser Linie zurückzufallen oder zumindest zurückgehalten zu werden. Zuletzt wurde der 200-Tages-Durchschnitt im November 2016 als Support erreicht.  Folglich ist der Kurs um bis zu 8,7 Prozent seit dem Hoch von 2.754,42 von letzter Woche gestiegen.

Der SPX ist nun seit sechs Tagen nacheinander angestiegen und damit ist ein Pullback so langsam fällig. Der RSI hat den Überverkauft-Status beim Tief erreicht und ist seitdem gestiegen. Das ist ein Bullen-Anzeichen. Der Charakter des Pullbacks vom Hoch von 2.754,42 von letzter Woche sowie der zugehörigen Schwankung sollte auf Anzeichen beobachtet werden, um zu sehen, was in der neuen Woche passieren wird. Der Hauptsupport von vor zwei Wochen ist bekannt. Ein Fall darunter ist ein Bären-Anzeichen. Ansonsten gibt es weiterhin eine Chance auf einen langfristigen Aufstiegstrend.

Kryptowährungen: Starke Leistung auf dem gesamten Markt

Kryptowährungen mit großer Kapitalisierung klettern weiterhin aus ihren Tiefs von vor zwei Wochen heraus. Eine positive Sache für den gesamten Sektor war die Einführung von Coinbase Commerce letzte Woche. Das vereinfacht den Zahlungsverkehr mit Kryptowährungen an Einzelhändler. Darunter sind Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Litecoin und andere.

Litecoin liegt mit seinem Sprung um 64,14 US-Dollar (51,66 Euro) oder 39,1 Prozent und einem Schluss bei 228,24 US-Dollar (183,82 Euro) an der Spitze der Kryptowährungs-Anstiege. Einige Entwicklungen scheinen den Aufstieg voranzutreiben, darunter auch ein geplanter Fork von Litecoin Cash und die Ankündigung von LitePay. LitePay ist ein Einzelhandelszahlungsprogramm für Kryptowährungen, das am 26. Februar in Betrieb genommen wird.

XRP, die Kryptowährung von Ripple, hat die zweitbeste Leistung letzte Woche gezeigt. Er stieg um 0,20 US-Dollar (0,16 Euro) oder 21,5 Prozent auf 1,12 US-Dollar (0,90 Euro). Es gab positive Berichte aus dem nahen Osten und anderen Orten, als Western Union bestätigte, dass Ripple-Technologie im Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Finanzbehörde Saudi-Arabiens getestet wird.

Als nächsten kamen Bitcoin Cash und Bitcoin. Sie sind jeweils um 17,9 und 17,3 Prozent gestiegen. Bitcoin Cash stieg um 232,90 US-Dollar (187,60 Euro) und beendete die Woche mit 1.532,90 US-Dollar (1.234,74 Euro). Bitcoin schloss die Woche mit 10.196 US-Dollar (8.212,80 Euro) und legte um 1.502,02 US-Dollar (1.209,87 Euro) zu.

Eine schwächere Leistung kam von Ethereum, der lediglich um 59,37 US-Dollar (47,82 Euro) oder 6,8 Prozent stieg und mit 937,38 US-Dollar (755,05 Euro) schloss. Auch IOTA zeigte sich vergleichsweise schwach, da er um nur 0,16 US-Dollar (0,13 Euro) oder 8,5 Prozent stieg und mit 2,10 US-Dollar (1,69 Euro) schloss.

Ripple (XRP/USD): Ausbruch aus dem fallenden Bullen-Keil

Der Ripple ist vor sieben Tagen aus einem fallenden Bullen-Keil-Muster ausgebrochen. Die anfängliche Durchbruchs-Rallye hat die Kryptowährung um 1,23 US-Dollar (0,99 Euro) gehoben bis die Resistance dieser Einhalt geboten hat. Zu diesem Zeitpunkt lag der Kurs 118 Prozent über seinem Tief von 0,562 US-Dollar (0,45 Euro) von vor zwei Wochen. Dieses Tief hat ein Fibonacci-Retracement der vorhergehenden Rallye von 88,6 Prozent komplettiert. Damit liegt der Kurs von XRP/USD 82,6 Prozent unter seinem Rekordhoch von 3,35 US-Dollar (2,70 Euro) von Anfang Januar. Nach dem anfänglichen Sprung nach oben auf 1,23 US-Dollar (0,99 Euro), hat der Ripple einen Pullback gemacht, um den Support der Downtrendlinie zu testen. Danach ist er wieder zurück nach oben geklettert. Der Pullback ist auf dem Intraday-Diagramm besser zu sehen als auf dem täglichen. Das ist eine klassische Bullen-Kursbewegung. Erst gibt es einen Ausbruch, dann einen Anstieg und ein Pullback, um die vorhergehende Resistance als Support zu testen. Anschließend geht der Anstieg weiter.

 

Alle oben genannten Aspekte lassen darauf schließen, dass der Ripple seinen Tiefstwert erreicht hat und er in den nächsten Wochen oder Monaten überwiegend nach oben klettern wird. Deshalb sollte man den Kurs auf schwache Momente beobachten, um bei niedrigen Kursen einzusteigen, sei es für Investment- oder Handelszwecke. Man sollte bei der Downtrendlinie unbedingt auf Supportanzeichen achten, wenn es Pullbacks gibt.

IOTA (IOT/USD): Ein weiterer Ausbruch aus einem Keil, aber etwas weniger bestimmt

Vor fünf Tagen ist auch der IOTA aus einem fallenden Bullen-Keil ausgebrochen. Dieser Keil ist nicht ganz so klar und bestimmt wie der von Ripple. Denn der Keil bei IOTA liegt innerhalb eines größeren Abwärtstrends, aber dennoch ist es ein Keil. Der Kurs von IOTA/USD hat vor zwei Wochen einen Boden bei 1,20 US-Dollar (0,97 Euro) erreicht. Daraufhin ist er um über 84 Prozent gestiegen, wie man anhand des Hochs von 2,212 US-Dollar (1,78 Euro) vom Samstag sehen konnte. Als nächstes muss er sich der potenziellen Resistance bei seiner Downtrendlinie stellen. Diese liegt beim Rekordhoch von 5,80 US-Dollar (4,67 Euro) vom Dezember. Bei dem Tief von vor zwei Wochen ist der Coin um bis zu 79 Prozent von diesem Hoch gefallen.

 

In Anbetracht des Umfangs des kürzlichen Retracements sowie der Reaktion des Tiefs, sieht es so aus, als ob das der Tiefstwert für den IOTA war. Außerdem steigt der 14-Tages-RSI, seitdem er die Überverkauft-Grenze überschritten hat.

Die Marktdaten stammen aus der HitBTC Börse; die Diagramme für die Analyse stammen aus TradingView.