Ethereum-Mitgründer Joe Lubin: „Wir sind daran interessiert, das Ökosystem zu fördern“

Ethereum-Mitbegründer und Geschäftsführer von ConsenSys Joseph Lubin hat gegenüber dem t3n Magazin seine Meinung zum dezentralen Web3 geäußert, so ein am 9. November auf t3n.de erschienenes Interview.

Der Krypto-Milliardär hat eine klare Vorstellung vom neuen Web3 und die Rolle der Blockchain darin. Es würde keine Kontrolle mehr von großen Unternehmen wie Facebook, Google oder Amazon geben, da die neue Technologie “eine souveräne Identität”, die die Nutzer selbst kontrollieren können, ermögliche.

“Identität wird sehr wichtig werden im Web3.”

Laut Lubin würde die Blockchain schnell wachsen und eine Anwendung in vielen Bereichen ermöglichen. Die Technologie hätte schon massiv an Fahrt gewonnen, aber es würde noch dauern, bis der Gesellschaft bewusst wird, welche Möglichkeiten sich mit Hilfe der Technologie bieten. Das Web3 würde aber unser Leben verändern:

“Alles wird in einem Web3 vernetzt sein. <...> Statt in großen Unternehmen werden kollektive, netzwerkbasierte Organisationen unsere Bedürfnisse decken.”

ConsenSys ist zu einem der mächtigsten Akteure geworden, wenn es um Ethereum, der zweitgrößten Kryptowährung der Welt, geht. Dennoch verneint Lubin einen großen Einfluss auf die Blockchain-Welt. IBM und Microsoft, Accenture und Deloitte würden sich ebenfalls mit Blockchain beschäftigen, so der in New York ansässige Kanadier. Die Blockchain-Teams seien dabei dezentralisiert und haben viel Autonomie.

“Wir machen viele Dinge, aber wir sind nicht daran interessiert, das Ökosystem zu kontrollieren. Wir sind daran interessiert, das Ökosystem zu fördern.”

ConsenSys arbeitet gerade intensiv mit Staaten, großen Banken und Konzernen zusammen. So hat eine Gruppe von großen globalen Banken und Handelsunternehmen im September ein Joint Venture gegründet, das eine neue Blockchain-basierte Plattform zur Finanzierung des Rohstoffhandels in Zusammenarbeit mit ConsenSys beaufsichtigen wird.