Das Ethereum-Netzwerk hat erstmals eine ganze Woche lang ein deflationäres Angebot verzeichnet. Unterdessen treibt der florierende Markt die Transaktionsgebühren weiterhin die Höhe.

Nachdem das mit Spannung erwartete London-Upgrade Anfang August einen Verbrennungsmechanismus in die Gebührenstruktur von Ethereum eingeführt hat, wurde bei jeder Transaktion auf dem Netzwerk eine kleine Menge an Ether zerstört.

Ethereum hat nun sieben Tage in Folge ein deflationäres Angebot auf dem Netzwerk verzeichnet. Das bedeutet, dass mehr ETH aus dem Angebot gestrichen wurden als durch das Mining hinzukamen. Die Gaspreise halten sich dabei auf einem hohen Niveau. Damit Ethereum durchgehend deflationäre Blocks erstellen kann, müssen die Gaspreise konstant über 150 gwei gehalten werden.

Der Mitbegründer des EthHub Anthony Sassano kommentierte, dass ein deflationäres Ethereum-Netzwerk erst nach dem sogenannten "Merge", also der "Verschmelzung", zu erwarten ist. Bei diesem Merge soll die Ethereum-Blockchain sich mit der Beacon Chain von Ethereum 2.0 verschmelzen. Dieses Ereignis soll in der ersten Hälfte des Jahres 2022 stattfinden.

Laut Ultrasound.Money, einer Webseite, die die Gebührenverbrennung nachverfolgt, werden pro Tag etwa 15.000 ETH (65 Millionen US-Dollar) täglich verbrannt. Wiegt man das gegen die Anzahl der ETH auf, die durch das Mining hinzukommen, ergibt das -8.034 ETH (34 Millionen US-Dollar) pro Woche, wie Watch the Burn berichtet.

Seit dem London-Upgrade wurden über 724.400 ETH im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar für immer zerstört.

Laut Etherscan beläuft sich die durchschnittliche Gebühr einer ERC-20-Token-Transaktion auf 46 US-Dollar. Bei komplexeren Prozessen, wie etwa der Bereitstellung von Liquidität für ein DeFi-Protokoll oder einem Token-Swap auf Uniswap, fallen derzeit bis zu 140 US-Dollar an.

Sassano betonte, das Upgrade habe nicht zu einer Erhöhung der Gaspreise geführt, sondern diese vorhersehbarer gemacht. "Entgegen der allgemeinen Meinung hat das EIP-1559 nicht zu einer Erhöhung der Gaspreise geführt und sogar bei Nachfragespitzen (etwa in Phasen häufigerer NFT-Erstellungen) sehr geholfen. Das hat wiederum zu einem reibungsloseren Netzwerk insgesamt beigetragen", wie er erklärte.

Laut einem Bericht zum dritten Quartal von Bankless Ethereum belief sich der Transaktionswert zwischen Juli und September dieses Jahres insgesamt auf 536,5 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Zuwachs um 400 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum im letzten Jahr.

In diesem Zusammenhang: Ethereum-Angebot kurz deflationär: Gas-Gebühren schießen in die Höhe

Obwohl Ethereum nun seine erste deflationäre Woche verzeichnete, rufen viele Ether-Befürworter dazu auf, Layer-Two-Lösungen zu verwenden.

Laut L2beat beläuft sich der TVL (Total Value Locked) auf den Layer-Two-Netzwerken auf 4,68 Milliarden US-Dollar. Der TVL ist dabei die letzten zwei Monate über 500 Prozent gestiegen, da ist Ethereum-Nutzer immer häufiger nach Wegen suchen, diese Transaktionsgebühren zu umgehen.

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