EU-Regulierungsbehörde steigert Anforderungen für Krypto-Finanzderivate

Die Europäische Wertpapier - und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat die Anforderungen für Differenzkontrakte (CFDs) bei Kryptowährungen verschärft. Das geht aus einer Bekanntgabe vom 27. März hervor.

CFDs sind eine Vereinbarung in einem Futures-Kontrakt, wobei Differenzen bei der Abwicklung durch Barzahlungen statt durch die Lieferung von physischen Gütern oder Wertpapieren beglichen werden. Das gilt als eine einfachere Abwicklungsmethode, da alle Gewinne und Verluste in bar bezahlt werden. Damit haben Anleger auch die gleichen Risiken und Vorteile wie bei einem Wertpapier, ohne tatsächlich eines zu besitzen.

Die EU-Regulierungsbehörde wird das Leverage-Limit von Kryptowährungs-CFDs bei der Eröffnung auf 2:1 ändern. Das bedeutet, dass die Investoren über ausreichend Kapital verfügen müssen, um mindestens die Hälfte eines Vertragswerts bei der Eröffnung decken zu können. Zunächst wurde das Leverage-Limit auf 5:1 festgelegt, womit Investoren mit nur 20 Prozent des CFD-Wertes in den Deal eintreten konnten.

Im Januar 2018 veröffentlichte die ESMA einen Call For Evidence bezüglich möglicher Beeinträchtigungen bei CFDs mit digitalen Währungen. Darin hieß es, dass die sehr hohe Kursschwankung bei Kryptowährungen als Basiswerte Anlass zu Bedenken in Bezug auf den Anlegerschutz gebe.

In der jüngsten Erklärung hat die ESMA hervorgehoben, dass Kryptowährungen immer noch riskant für Investitionen sind und eine behutsame Überwachung erfordern:

“... Für CFDs auf Kryptowährungen bestehen weiterhin derartige Bedenken. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Kryptowährungen als Vermögenswertklasse wird der Markt für Finanzinstrumente, die mit Kryptowährungen zu tun haben, wie beispielsweise CFDs, genau überwacht. Die ESMA wird prüfen, ob strengere Maßnahmen erforderlich sind. "

Die Haltung der ESMA wird von anderen Regulierungsbehörden in den EU-Mitgliedstaaten geteilt. Im Februar veröffentlichte die französische Finanzmarktaufsichtsbehörde Autorité des marchés financiers (AMF) eine Erklärung, in der es heißt, dass Kryptowährungsderivate im Rahmen von neuen EU-Finanzreformen reguliert werden müssen. Handelsplattformen, die Kryptowährungs-CFDs anbieten, müssen im Rahmen der Europäischen Marktinfrastrukturregulierung (EMIR) reguliert und transparent gehalten werden.

Im selben Monat schlug der österreichische Finanzminister vor, Regulierungen zu Kryptowährungsderivaten einzuführen. Damit soll Geldwäsche mittels Kryptowährungen verhindert werden.

EU-Regulierungsbehörden haben wiederholt Verbraucher vor dem "hohen Risiko" gewarnt, die mit der Investition in Kryptowährungen verbunden sind. Dabei haben sie den fehlenden Schutz und Verständnis, Geldverlust und Probleme mit unregulierten Finanzaktivitäten hervorgehoben.

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