Eine vom Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (ECON) in Auftrag gegebene Studie zu Wettbewerbsfragen in Bezug auf Fintech wurde am 20. Juli veröffentlicht. Im dieser hieß es, dass digitale Zentralbankwährungen ein "Heilmittel" für eine fehlende Wettbewerbspolitik im Krypto-Sektor sein könnten:

"Die Einführung von zugelassenen Kryptowährungen, die von Banken oder sogar von Zentralbanken gefördert werden, würde das derzeitige Wettbewerbsniveau auf dem Kryptowährungsmarkt umgestalten und die Zahl der Wettbewerber erhöhen."

Die Studie bezeichnet Kryptowährungen, wie zum Beispiel (BTC), als "technologische und operative Paradigmen, die den gesamten Sektor, einschließlich der Geldpolitik und der Finanzstabilität, stören". Andere "störende und innovative Anwendungen" neuer Technologien sind "KI, Cloud-Computing, Biometrie, digitale Identität, Blockchain, Cybersicherheit, RegTech, Internet der Dinge (IoT), Augmented Reality".

Private digitale Währungen werden anders als digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) definiert. Es hieß, dass sich die CBDCs dadurch unterscheiden, dass sie auf einer "konventionellen bilateralen Abrechnung mit einer vertrauenswürdigen zentralen Partei" basieren.

Da geschlossene Kryptowährungssysteme laut der Studie eine Aufsichtsbehörde erfordern, könnten Zentralbanken den Einsatz von "zugelassenen Kryptowährungssystemen" in Erwägung ziehen, um die bereits verwendeten Währungen zu "ergänzen oder zu ersetzen".

Die Studie behauptet, dass CBDCs "das aktuelle Wettbewerbsniveau im Inter-Kryptowährungsmarkt umgestalten werden", indem sie den Wettbewerber-Pool erweitern:

"Es ist eine mögliche Unzulänglichkeit der traditionellen Wettbewerbspolitik zur Lösung von Wettbewerbsproblemen auf den Kryptowährungsmärkten zu sehen, was eine direkte Beteiligung der Öffentlichkeit über eine digitale Zentralbankwährung als Abhilfe nahe legt."

Die Wettbewerbsfragen, so die ECON-Studie, lassen sich in einen "Inter-Kryptowährungsmarkt"-Wettbewerb unter den Kryptos und einen "Intra-Kryptowährungsmarkt"-Wettbewerb unter Dienstleistern wie Wallets und Börsen unterteilen.

Im Hinblick auf den "Inter-Kryptomarkt"-Wettbewerb heißt es in der Studie, dass das "Vorhandensein von Netzwerkeffekten" und eine hohe Anzahl von Benutzern einer Kryptowährung ein Hindernis für den Eintritt anderer Kryptos darstellen könnte, die versuchen, in den Markt einzutreten. Die Studie geht davon aus, dass dieser Wettbewerb "zu möglichen geheimen Absprachen zwischen Mitgliedern hypothetischer Kartelle führen kann".

Für den "Intra-Kryptomarkt" könnten Wallets, Börsen und Zahlungsanbieter Vorgehensweisen einführen, die andere vom Markt fern halten, wie zum Beispiel Anreize von Minern, die eine Kryptowährung gegenüber einer anderen bevorzugen.

Mitte Juli trat eine neue EU-Richtlinie in Kraft, die strengere Transparenzregeln für digitale Währungen zum Schutz vor Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgelegt hat.

Im Juli wurde auch im Rahmen des "Monetary Dialogue" von ECON erstmals über virtuelle Währungen gesprochen. Dabei wurden fünf verschiedene Briefing-Berichte zu Themen diskutiert, die von Krypto und Zentralbanken über Krypto bis hin zum "Eurosystem" reichten.

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