Laut EZB-Vorstandsmitglied Mersch sollen Banken Krypto-Geschäfte abgrenzen

Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Yves Mersch hat zu Protokoll gegeben, dass Banken ihre Geschäfte mit Kryptowährungen von anderen Aktivitäten "separieren" sollen, wie Reuters am 14. Mai berichtete.

Laut Reuters soll sich Mersch besorgt über die hohe Volatilität des Krypto-Marktes geäußert haben. Er betone, dass digitale Token sich "nicht als Geld qualifizieren" und dass ihre Herausgeber, sowie ihre Dealer, Börsen, Banken und Ausgleichshäuser reguliert werden sollten.

Mersch soll angemerkt haben, dass der Krypto-Markt selbst dann kein Gefahr für die finanzielle Stabilität dargestellte, als seine Marktkapitalisierung im Januar 2018 ihren Höhepunkt erreichte. Irrtümlicherweise nennt er Werte von rund 265 Mrd. Euro und nicht die tatsächlichen Höchstwerte von rund 675 Mrd. Euro. Sollten Kryptowährungen als Sicherheiten für Bankenkredite oder Ausgleichshandlungen in Abrechnungsstellen genutzt werden, wäre dies laut Mersch ein Argument dafür, dass jene Aktivitäten von anderen Deals und Investments "abgeschirmt" werden müssen.

Wie Reuters anmerkte, sind die von der EZB regulierten europäischen Banken nicht mit Krypto aktiv. In den Vereinten Staaten von Amerika hingegen hat der Bankenriese Goldman Sachs vor kurzem angekündigt, "in wenigen Wochen" einen Krypto-Handelsposten zu eröffnen.

Mersch kritisiert seit längerer Zeit die immer stärkere Verbindung zwischen dem traditionellen Finanzsektor und der Krypto-Sphäre. Er verkündete im Februar, dass Kryptowährungen das Risiko der "Ansteckung und Kontamination des bestehenden Finanzsystems" mit sich ziehen.

Merschs Meinung wird beispielsweise von Augustín Carstens von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) geteilt. Abgesehen von Merschs Kritik sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates der EZB Daneile Nouy gegenüber CBNC im Februar, dass das Engagement der EZB bei der Regulierung von Kryptowährungen vermutlich "sehr, sehr niedrig" ausfallen werden.

Im März hatten EZB und BIZ ein Statement zu Bitcoin und von Zentralbanken ausgegebenen digitalen Währungen (CBDCs) veröffentlicht, in dem gesagt wird, dass diese "nicht die Antwort aus eine bargeldlose Wirtschaft" sind.

Die EZB hat nichtsdestotrotz vor dem Hintergrund des neuen Blockhain-Observatoriums der Europäischen Kommission das Potenzial der Technik für die Transformation von Wertpapierausgleichungen gemeistert. Das Blockchain-Observatorium dient dazu, die europäische Wirtschaft entlang der neuen Technologie zu "vereinen".

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