Deutsche Zentralbank und Deutsche Börse: Blockchain-Abwicklungsversuch abgechlossen

Die Deutsche Bundesbank und der Wertpapiermarktorganisator Deutsche Börse haben einen Test für eine Blockchain-Lösung im Bereich Abwicklungen erfolgreich abgeschlossen. Das geht aus einem Bericht der Deutschen Börse vom Donnerstag, 25. Oktober, hervor.

Laut dem Bericht wurde der Forschungsversuch der Blockchain-basierten Abwicklungstechnologie, auch Blockbaster genannt, im Jahr 2016 gestartet.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Forschung stand die Durchführung eines vollständigen Kreislaufs. Dieser besteht aus der Ausgabe einer Anleihe, Abwicklung, Kapitalmaßnahmen und Rückzahlung sowie Bargeldtransfer. Darunter fielen auch die Bereitstellung digitaler Coins, Transfer zwischen Marktteilnehmern und die Abwicklung von Barzahlungen, wie es in der Zusammenfassung heißt.

Das Transaktionsvolumen und die Geschwindigkeit eines Produktionssystems wurden auf dem Hyperledger Fabric-Framework und Digital Asset getestet. Das ist eine Distributed Ledger (DLT)-Lösung für den Finanzsektor. Die Autoren des Berichts betonten auch, dass die grundlegenden Technologien hinter dem Experiment im Laufe des Versuchs ständig verbessert wurden. Dadurch sind einige der Testergebnisse bereits nicht mehr aktuell.

Der Bericht zählte die wichtigsten Vor- und Nachteile von Blockchain-Technologie auf. Als Schwachstellen wurden die hohe Latenzzeit für einige Technologie-Stacks und eine hohe CPU-Auslastung genannt. Eine höhere Ausfallsicherheit und niedrigere Kosten für den Abgleich aufgrund der gemeinsamen Datenbank wurden hingegen als Vorteile genannt.

Nach dem Test kamen die Zentralbank und die Deutsche Börse zu dem Schluss, dass dezentrale Lösungen an die Bedürfnisse der Finanzmärkte angepasst werden sollten. Sie erklärten außerdem, dass Anbieter von Blockchain- oder DLT-basierten Lösungen ihr Angebot verbessern und zunehmend spezialisierte Software für spezifische Anwendungsfälle entwickeln würden. Damit werde Blockchain an besondere Anforderungen angepasst.

In einer kürzlich erschienenen Pressemitteilung heißt es, dass das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank Burkhard Balz gesagt habe, dass der Blockbaster-Versuch ein Erfolg gewesen sei. Er erklärte, dass er erwarte, dass "diese rasante Entwicklung" weitergehen würde und fügte hinzu, dass er "in der Nutzung für hochvolumige Anwendungen" ein Potenzial sehe:

"Eine auf Genehmigungen basierende Architektur, die die Anforderungen der Finanzbranche von Anfang an berücksichtigt, hat sich als die richtige Herangehensweise erwiesen."

Wie Cointelegraph zuvor berichtete, hat das britische Start-up Setl vor kurzem eine Genehmigung von der französischen Wertpapieraufsichtsbehörde erhalten, um eine Blockchain-betriebene Zentralverwahrstelle zu betreiben. Setl könnte sich damit bald an die Plattform Target2-Securities anschließen. Diese Plattform ist ein europäisches Netzwerk für die Wertpapierabwicklung, das von der Europäischen Zentralbank betrieben wird. Das Ziel der Plattform ist es, die Geschwindigkeit von grenzüberschreitenden Zahlungen zu erhöhen.