Finanzminister Scholz: Kryptowährungen haben “keine Perspektive als Währungsmodell”

Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) glaubt nicht daran, dass Kryptowährungen bald klassische Währungen ersetzen werden, so Reuters am 18. September.

“Ob das als Währungsmodell eine Perspektive hat, würde ich heute bezweifeln”, sagte Scholz am Dienstag im Rahmen eines Bürgerdialogs beim deutsch-niederländischen Armeekorps in Münster. Der SPD-Politiker zog einen Vergleich zwischen dem Tulpenfieber in den Niederlanden im 17. Jahrhundert und dem jetzigen Hype um die Kryptowährung Bitcoin: “Und die Gefahr ist groß, dass es so eine Tulpeninflation wird”.

Kryptowährungen lässt der deutsche Finanzminister allerdings nicht unbeachtet. Sie werden laut Scholz aufmerksam untersucht. „Wir glauben aber nicht, dass sie heute schon eine ökonomisch große Bedeutung haben.“ Derzeit könne man zudem noch nicht sicher sein, dass Kryptowährungen aufgrund ihrer anonymen Natur nicht auch für Terrorismusfinanzierung, Geldwäsche oder andere kriminelle Aktivitäten verwendet werden könnten.

Die Risiken der Kryptowährungen rücken immer mehr in den Fokus der EU-Politik. Am 7. September sollten die EU-Finanzminister in Wien klare Regeln für ICOs und Krypto-Plattformen schaffen. Dabei haben EU-Behörden bereits angefangen, sich mit Fragen zur hohen Volatilität, dem Betrugsrisiko und potenzieller Geldwäsche bei diesen Projekten zu befassen. Da der Krypto-Markt aber relativ klein und nicht genug erforscht ist, wurden keine weitere Schritte in Richtung Krypto-Regulierung unternommen.