Hongkong erlässt neue Regeln zur Regulierung von Kryptowährungsfonds und Kryptobörsen

Die Hongkonger Wertpapieraufsichtsbehörde hat am Donnerstag, den 1. November, eine Erklärung mit Richtlinien für Krypto-Fonds veröffentlicht und eine förmliche Regulierung von Krypto-Börsen für die Zukunft angedeutet.

In der so genannten "Guidance on regulatory standards" hat die Securities and Futures Commission (SFC) des autonomen chinesischen Territoriums eine Reihe von Schritten in Gang gesetzt, die laut ihrem Chef Ashley Alder in einen formalen regulatorischen Rahmen münden könnten.

Hongkong unterscheidet sich in seinem Ansatz bezüglich Kryptowährungen deutlich vom chinesischen Festland, da der Handel mit Kryptoassets und damit verbundene Aktivitäten rechtlich erlaubt sind, auch wenn bislang noch keine formale Regulierung in Kraft ist.

"Der Markt für virtuelle Vermögenswerte ist noch sehr jung und die Handelsregeln sind möglicherweise nicht transparent und fair", zitierte Bloomberg Alders Aussagen während eines Fintech-Forums am Donnerstag:

"Ausfälle sind keine Seltenheit, ebenso wenig wie Marktmanipulation und Missbrauch. Und es gibt leider auch regelrechte Skandale und Betrügereien."

Die neuesten Vorschläge beziehen sich auf alle Fondsmanager, die mehr als 10 Prozent ihrer Anteile in Kryptowährungen investieren, wobei die Unternehmen ausschließlich an einem Sandbox-Programm teilnehmende professionelle Händler bedienen können, mehr Raum für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen bieten soll.

Für alle anderen ist es im Rahmen eines Lizenzierungsprozesses erforderlich, die SFC über ihre Geschäftspraktiken zu informieren.

In der Stellungnahme heißt es dazu:

"Um einen besseren Anlegerschutz zu gewährleisten, ist die SFC der Ansicht, dass alle lizenzierten Portfoliomanager, die in virtuelle Vermögenswerte investieren wollen, im Wesentlichen die gleichen regulatorischen Anforderungen einhalten sollten, auch wenn die von ihnen verwalteten Portfolios (oder Teile davon) ausschließlich oder teilweise in virtuelle Vermögenswerte investieren, unabhängig davon, ob es sich bei diesen virtuellen Vermögenswerten um "Wertpapier-" oder "Terminkontrakte" handelt.

Kryptowährungsbörsen könnten daher in Zukunft auch direkter unter die Aufsicht der SFC fallen.

"...es wird vorgeschlagen, dass die Verhaltensregeln für Betreiber von Plattformen für den virtuellen Asset-Handel mit denen vergleichbar sein sollten, die für bestehende lizenzierte Anbieter von automatisierten Handelsdienstleistungen gelten", schreibt die SFC weiter.

Hongkongs Verschärfung der regulatorischen Aufsicht folgt einem entsprechenden Trend in vielen Rechtsräumen, während sich die Bitcoin- und die großen Altcoin-Märkte stabilisieren und sich eine allgemeine Akzeptanz ihrer Nachhaltigkeit herauszubilden beginnt.

Letzte Woche kündigte Taiwan an, bis Juni nächsten Jahres spezielle Regeln für Initial Coin Offerings (ICOs) zu veröffentlichen, nachdem es sich zuvor zunächst entschieden hatte, den Sektor nicht zu regulieren.