"Hoffe, das macht mich reich": Ex-Trump-Berater arbeitet an Krypto-Zentralbank

Stephen Moore hat sich einem Kryptowährungsprojekt angeschlossen, das als eine neue Art von Zentralbank fungieren möchte. Der Ökonom hat Trump bei seiner Steuersenkungspolitik beraten und sich darum bemüht, mit Trumps Unterstützung in den Vorstand der US-Zentralbank zu kommen - dieses Vorhaben ist allerdings gescheitert.

Die US-Wirtschaftsnachrichtenseite Fox Business Network berichtete am 24. Juni von der darüber.

Moore ist ein konservativer Wirtschaftspublizist, Politikforscher und ehemaliger Trump-Kampagnenberater, der Anfang des Jahres vom Präsidenten kurzzeitig ausgewählt wurde, um eine einflussreiche Vorstandsposition bei der größten Zentralbank der Welt zu übernehmen. 

Diese Ernennung wurde unter merkwürdigen Umständen zurückgezogen, da eine Kontroverse über Moores mutmaßliche Steuerschuld in Höhe von mehr als 75.000 US-Dollar sowie Schulden in Höhe von 300.000 US-Dollar im Zusammenhang mit seiner Scheidung und Unterhaltszahlungen aufkamen. 

Wie Fox berichtete, soll Moore ab 1. Juli der Wirtschaftsleiter bei einem neuen Kryptoprojekt namens "Decentral" werden. An diesem Projekt sind mutmaßlich auch der Tech-Unternehmer Sam Kazemian als CEO und der Gründer der Krypto-Handelsbank Galaxy Mike Novogratz als Investor beteiligt.

Decentral versteht sich als eine Plattform, die eine ähnliche Verantwortung wie die US-Zentralbank innerhalb des Krypto-Raums übernimmt. Darunter etwa die Regulierung der Geldumlaufmenge und der Tausch ihres eigenen Token gegen andere Kryptowährungen. 

Der Token von Decentral soll als Stablecoin konzipiert worden sein - allerdings muss noch bestätigt werden, ob er an Fiatwährungen oder Vermögenswerte gekoppelt sein wird oder algorithmisch stabilisiert wird.  

Im Fox-Interview verglich Moore Decentral mit dem Libra von Facebook. Beide hätten das Ziel, eine einheitliche, kursstabile und weit verbreitete Zahlungsmethode zu entwickeln:

"Ich bin wirklich gespannt darauf. Ich hoffe, das macht mich reich."

Im Bericht heißt es, es sei unklar, wie genau das Projekt die Krypto-Community, die gegen das Establishment ist, davon überzeugen will, dass der Raum wieder Vermittler brauche. Dabei wurde Bitcoin gerade deshalb geschaffen, um diese überflüssig zu machen. 

Das Ziel des Projekts besteht offenbar darin, dass traditionelle Strukturen, wie etwa eine Art zentrales Clearinghaus, notwendig seien, wenn Krypto seine Ambitionen verwirklichen will, zum praktischen Zahlungsmittel der Verbraucher zu werden. 

Moore sagte gegenüber Fox, dass er keinen Widerspruch zwischen seiner vorhergehenden Arbeit und seinem jüngsten Eintritt in den Kryptoraum sehe. Der unabhängige Analyst Chris Whalen teilt diese Meinung:

"Moore hat Zentralbanken nie gemocht [...] Er wäre kein traditioneller Gouverneur gewesen. Daher denke ich, dass er sich mit dem Beitritt bei einem Kryptowährungsprojekt selbst treuer ist, als bei einer Position im Fed-Vorstand."

Wie bereits berichtet, wurde in einem neuen Bericht der BIS - einem internationalen Finanzinstitut in der Schweiz, das im Besitz von 60 Zentralbanken auf der ganzen Welt ist - kürzlich gewarnt, dass Facebooks geplanter Stablecoin beispiellose Risiken für den Zentral- und Geschäftsbankensektor bergen könnte.