IBM will mit Medien-Tracker auf Blockchain-Basis Werbebetrüger aufdecken

IBM iX hat sich mit dem Softwarezulieferer Mediaocean für den Launch eines Blockchain-betriebenen Trackers für digitale Medientransaktionen zusammengeschlossen, wie die Firma am 19. Juni per Twitter bekanntgab. IBM iX ist der IT- und Unternehmensberatungsarm des internationalen Technologie-Giganten IBM.

Laut IBM iX ist der Hauptgrund für die Anwendung von Blockchain im Media-Ökosystem der Wunsch, "die Dinge aufzuräumen" - speziell im Bereich Medienkauf.

Der Tracker wurde angeblich als Präventionsmaßnahme gegen digitale Betrüger entworfen, indem er Zahlungen davon abhält, an die falsche Partei zu gelangen. Laut dem Leiter für globales Marketing bei IBM iX Babs Rangaiah wird der Blockchain-Pilot dabei helfen, den Geldfluss zwischen Spielern der Medienindustrie nachzuverfolgen und unnötige Mittelsmänner zu eliminieren:

"Sobald Sie herausfinden, wo das Geld hingeht, wer die Spieler sind und was jeder von ihnen tut, werden Sie einige Redundanzen in der Lieferkette sehen, was es erlaubt, dass ein Teil des Produktionsgeldes, das aktuell an Mittelmänner fließt, wieder die Herausgeber trifft. "

Abgesehen davon, dass der Pilot die Transparenz in der Industrie erhöhen soll, soll er auch die mit Medientransaktionen verbundenen Zeit- und Kostenaufwände reduzieren. Der Pilot wird Medien-Deals für Unilever, Kimberly-Clark Corp., Pfizer, Kellogg und Watson involvieren. Laut dem CEO von Mediaocean Bill Wise wird der Pilot bis Ende 2019 von "einem Großteil" der digitalen Medienindustrie genutzt werden.

"Ich denke, bis Ende nächstes Jahr haben wir eine voll funktionsfähige, skalierbare Lösung, die von einem Großteil der Industrie angewandt wird."

Im April meldete der leitende Brandmanager für Procter & Gamble, dass rund 20-30 Prozent der Werbebudgets in der medialen Lieferkette verschwendet werden. Dieser unnötige Verlust liege an der "fehlenden Sichtbarkeit, undurchsichtigen Verträgen, nicht-transparenten Erfassungen von Inputs, Betrügereien und inzwischen auch an unsicheren Werbeschaltungen". Laut einer Einschätzung von Juniper Research kosten Betrügereien digitale Werbeagenturen im Jahr 2018 rund 45 Mio. Euro pro Tag

Dies ist nicht der erste innovative Versuch von IBM, Blockchain-Technologien in der Werbeindustrie anzuwenden. Am 18. April hatte IBM den Piloten eines Proof-of-Concept-(PoC)-Blockchain-Produkts angekündigt, um "Vermittler" zwischen Inserenten, Herausgeber und Konsumenten "kurzzuschließen", sowie klare Aufzeichnungen über Verträge und Zahlungen zu erstellen.