Studie: Leistungswerte der ICOs im Q3 2018 „insgesamt enttäuschend“

Der Leistungswert der Initial Coin Offerings (ICO) wird für das dritte Quartal 2018 als „insgesamt enttäuschend“ bezeichnet, wie am 15. November aus einer Studie der ICO Analyse-Firma ICORating hervorgeht.

Laut Bericht wurden im Q3 2018 in der Summe 597 ICOs durchgeführt, die zusammen mehr als 1,8 Mrd. US-Dollar einbrachten. Dieser Wert ist allerdings deutlich niedriger als die 8,3 Mrd. US-Dollar aus dem vorherigen Quartal. Ein ähnlicher Investitions-Rückgang wurde für das bereitgestellte Risikokapital an Blockchain-Projekte festgestellt.  

Die abnehmenden Investitionsgelder gehen mit einer zurückgehenden Kapitalrendite (Return On Invest) einher, die im dritten Quartal 2018 nur noch -22% beträgt. Dazu heißt es:

„Der gleiche Indikator hatte im ersten Quartal einen Wert von +49,32% und im zweiten Quartal -55,38%.“

Als Grund für den Abwärtstrend werden unter anderem verstärkte Regulierungsbemühungen angeführt, wobei besonders die amerikanische Finanzaufsichtsbehörde SEC den Fokus immer mehr auf ICOs legt und damit „hunderte“ Projekte gefährdet.

Im Juni hatte der Vorsitzende der SEC geäußert, dass Bitcoin (BTC) zwar nicht als Wertpapier eingestuft wird, dass dies jedoch für viele ICO-Tokens wohl zutreffen würde, was zur Folge hat, dass sich die jeweiligen Herausgeber bei der Behörde registrieren müssen.

Im Q3 (von Juli bis September 2018) ist die Kapitalbeschaffung der ICOs um 48% gefallen. Vergleicht man den Monat September mit dem Mai, dann zeigt sich ein Absturz von 78%, der die Situation besonders verdeutlicht.

ICO funding and success

Gesamte ICO-Kapitalbeschaffung und Anzahl erfolgreicher Projekte. Quelle: ICORating

Im Bericht von ICORating heißt es außerdem, dass 57% der ICO-Projekte aus dem Q3 nicht mehr als 100.000 US-Dollar generieren konnten. In der Regel gilt ein Projekt unterhalb von 500.000 US-Dollar als nicht erfolgreich (siehe Beschreibung Grafik).

Von allen Tokens, die im Q3 in den ICOs herausgegeben wurden, sind lediglich 4% an Kryptobörsen notiert, wobei dies im Q2 2018 noch 7% waren, wie die Studie anmerkt.

Die Studie weist außerdem darauf hin, dass 19% der „Projekte, die zuvor als ICO angekündigt wurden“, im Q3 ihre Webseiten und Social-Media Konten gelöscht haben. Diese Zahl ist um 10% höher als im zweiten Quartal. Projekte, die nach dem Einsammeln von Investitionsgeldern abtauchten, machen 3% aller ICOs für das dritte Quartal aus, was einem Wert von 62,1 Mio. US-Dollar gleichkommt.

Des Weiteren geht die Studie auch darauf ein, zu welchem Zeitpunkt die meisten Investitionsprojekte ihre ICOs durchführen. Unter den betrachteten Projekten im Q3 hielten 76,15% ihre ICOs schon in der „Ideenphase“ ab. Dies sind 18% mehr als im vorherigen Quartal.

Hinsichtlich der bevorzugten Plattformen für Token-Herausgabe ist Ethereum weiterhin spitze, wobei 83,75% der Projekte ihre Tokens auf deren Blockchain veröffentlichen.

Beim erweiterten Blick auf das vorherige Jahr zeigt sich, dass der ICO-Markt insgesamt sehr schwankend ist. Es zeichnen sich zwei deutliche Hochs ab, was die Gesamtanzahl der Projekte in Verbindung mit dem insgesamt generierten Kapital betrifft. Diese liegen im Dezember 2017 bzw. März 2018.

Wie Cointelegraph zuvor berichtet hatte, hat die Kapitalbeschaffung der ICOs im Oktober um 26% zugenommen, im Vergleich zum September. Der Anstieg ging von 403,1 Mio. US-Dollar auf 508,54 Mio. US-Dollar hoch, obwohl lediglich 54 Projekte mehr als 1 US-Dollar einnehmen konnten.