Investor reicht Klage gegen AT&T wegen Hack ein

Ein US-Investor hat eine Klage über 197 Mio. Euro gegen den Telekommunikationsriesen AT&T wegen mutmaßlicher Fahrlässigkeit eingereicht. Diese hat laut ihm dazu geführt, dass er 21 Mio. Euro in Krypto verloren hat, wie CNBC am 15. August berichtet.

Der Kläger Michael Terpin hat beim US-Bezirksgericht in Los Angeles eine 69-seitige Beschwerde gegen seinen ehemaligen Telekommunikationsanbieter eingereicht und behauptet, dass 21 Mio. Euro in Kryptowährung durch einen "digitalen Identitätsdiebstahl" bei seinem Handy-Account gestohlen wurden.

Der Investor behauptet, er sei innerhalb von sieben Monaten Opfer von zwei Hacks geworden und wirft AT&T "bereitwillige Zusammenarbeit mit dem Hacker, grobe Fahrlässigkeit, Verletzung seiner gesetzlichen Pflichten und Nichteinhaltung seiner Verpflichtungen in seiner Datenschutzerklärung" vor.

Nach dem ersten Hack, wie Terpin behauptet, hat "Insider-Zusammenarbeit mit dem Hacker" es einem Betrüger ermöglicht, seine Handynummer zu bekommen, ohne dass er eine gültige Identifikation oder ein Passwort vorweisen musste. Diese Telefonnummer soll dem Hacker später den Zugang zu Terpins Kryptobeständen ermöglicht haben, berichtet CNBC.

"Was AT&T tat, war wie ein Hotel, das einem Dieb mit einer gefälschten ID einen Zimmerschlüssel und einen Schlüssel zum Zimmersafe gab, um Schmuck im Safe vom rechtmäßigen Besitzer zu stehlen", heißt es weiter in der Beschwerde.

Terpin fordert mutmaßlich 176 Mio. Euro Schadenersatz und 21 Mio. Euro Entschädigung von AT&T.

Der Kläger ist Berichten zufolge Mitbegründer einer Angel-Gruppe für Bitcoin-Investoren namens BitAngels aus dem Jahr 2013 und eines digitalen Währungsfonds, dem BitAngels DApps Fund.

Immer häufiger werden Krypto-bezogene Klagen gegen Kryptowährungsbörsen und deren mutmaßlichen falschen Umgang mit Sicherheitsverletzungen eingereicht. Seit dem beispiellosen Diebstahl von über 440 Mio. Euro in NEM-Token von der gehackten japanischen Börse Coincheck in diesem Januar wurden zahlreiche Sammelklagen von Investoren eingereicht. Dabei wurde die Börse wegen ihrer Entscheidung, die Auszahlungen in der Folgezeit des Hacks einzufrieren, verklagt.