Bitcoin in Simbabwe tatsächlich nicht 76.000 US-Dollar wert

Bitcoin-Händler in Simbabwe und Südafrika stehen laut einem Bericht der Finanznachrichtenplattform Fxstreet vom 2. Juli explodierenden Prämien auf ihre Bitcoins (BTC) gegenüber.

Neben neuen Kapitalkontrollen in Südafrika und einem Verbot von lokalem Handeln mit ausländischen Fiatwährungen in Simbabwe haben lokale Händler bis zu 50.000 US-Dollar pro BTC bezahlen müssen, wenn sie den Coin im Ausland kaufen wollten.

Aktuell liegt Bitcoin an der südafrikanischen Kryptobörse Luno bei über 10.915 US-Dollar, wiie aus CoinMarketCap-Daten hervorgeht. Das sind 10,5 Prozent mehr als auf dem Cointelegraph Bitcoin-Kursindex.

Unterdessen heißt es in weiteren Kommentaren in den sozialen Medien diese Woche, dass Bitcoin in Simbabwe mit bis zu 76.000 US-Dollar gehandelt wird - das ist eine Prämie von über 600 Prozent. Wie die Screenshots von der P2P-Webseite LocalBitcoins.com auf Twitter offenbar bestätigen, haben zumindest ein paar Händler versucht, enorme Gewinne mit einem Kurs von 75.000 bis 76.000 US-Dollar zu erzielen:

Screenshot mit mutmaßlichen BTC-Kursen auf LocalBitcoins.com für Händler aus Simbabwe

Screenshot mit mutmaßlichen BTC-Kursen auf LocalBitcoins.com für Händler aus Simbabwe. Quelle: @Btcexpertindia, 1. Juli

Tuur Demeester - Gründungspartner von Adamant Capital - erklärte jedoch:

"Wahrscheinlich ist das eine Inflation, die von der Regierung einfach nicht erkannt wurde. Ich bezweifle, dass diese Zahl eine echte Prämie widerspiegelt."

Der leitende Marktanalyst bei EToro Mati Greenspan ist derselben Meinung

"Einige Krypto-Webseiten melden eine 600-prozentige Bitcoin-Prämie in Simbabwe. 

Dieser massive Aufschlag spiegelt eigentlich nur den Schwarzmarktkurs für US-Dollar wider, die in EcoCash gehalten werden und von der Regierung gerade praktisch wertlos gemacht wurden."

Simbabwe hat erneut mit einer gescheiterten nationalen Fiatwährung zu kämpfen, bei der die Inflationsrate im Juni dieses Jahres bei knapp 100 Prozent liegt. Der dortige Finanzsektor hat eine Initiative ins Leben gerufen, um mehr regulatorische Klarheit für Blockchain-Technologien zu schaffen.

Seit 2017 hat das Land dennoch eine allgemeine Bestrafung von Bitcoin-Aktivitäten durchgesetzt.

FXStreet verzeichnet ähnliche Auswirkungen aufgrund von geopolitischen und wirtschaftlichen Drucks auf Bitcoin-Händler in Hongkong. Die lokale Börse TideBit nimmt ebenfalls eine Prämie für Bitcoin, allerdings eine etwas geringere. Der Hintergrund ist hier der Protest gegen ein Auslieferungsgesetz.

Cointelegraph berichtete ebenfalls bereits, dass die berüchtigte "Kimchi Prämie" wieder aufkommt. Die fieberhafte Nachfrage nach dem Coin auf dem aktuellen Bullenmarkt in Südkorea hat die Kurse deutlich über den globalen Durchschnitt getrieben.