CoinShares-Strategin über Krypto-Depots: "Ist das noch Bitcoin?"

Bitcoin (BTC) profitiert möglicherweise nicht von institutionellen Händlern, wie ein ein leitender Angestellter bei einem der bekanntesten Unternehmen der Branche warnte.

Wall Street und Bitcoins

In einem Interview mit dem Finanznachrichtennetzwerk RealVision am 18. Oktober, erklärte Meltem Demirors, die Strategieleiterin der Vermögensverwaltungsfirma CoinShares, dass es nicht unbedingt eine Win-Win-Situation für alle wäre, wenn die Wall Street mit Bitcoin zu tun hätte.

Einige Kommentatoren aus der Branche erwarten, dass ein stärkeres Interesse seitens der Finanzriesen das Image von Bitcoin weltweit verändern würden. Die Markteinführung von Produkten wie die regulierten Bitcoin-Futures von Bakkt im September zeigen, dass es eine institutionelle Nachfrage gibt und man dieser nachkommen möchte.

Grayscale, der weltweit größte Krypto-Vermögensverwalter, erklärte, dass die Nachfrage das gesamte Jahr 2019 über durchgehend stark gewesen sei.

Demirors zeigte sich jedoch skeptisch. Sie fragte:

"Angenommen, wir würden 50 Prozent der Bitcoins auf der Welt nehmen und diese bei einer regulierten Depotbank deponieren. Wir legen diese Bitcoins irgendwo in einen Tresor. Und dann geben wir Bitcoin-Hinterlegungsscheine aus - also Papiere, die es uns erlauben, mit den zugehörigen Bitcoins, die irgendwo in einem Tresor liegen, zu handeln. Aber wir tauschen die Bitcoins nie tatsächlich auf dem Bitcoin-Netzwerk aus. Ist das dann immer noch Bitcoin?"

"Wir sind Teil des Problems"

Wie Cointelegraph berichtete, hat insbesondere Bakkt einen schleppenden Start hingelegt. Die Bitcoin-Märkte sind sogar wenige Tage nach der Eröffnung der Plattform eingebrochen. Gleichzeitig wurde ein ähnliches Angebot der Börse Binance viel besser aufgenommen.

Demirors glaubt nicht daran, dass professionelle Geldgeber wirklich an Bitcoin interessiert seien und bezeichnete dieses Interesse als "Rollenspiel".

Auch CoinShares trage potenziell zu diesem Verhalten bei.

"...Wir als Vermögensverwalter sind ein Teil des Problems", fügte sie hinzu. 

Dennoch räumte sie ein, dass Bitcoin neben Gold für diejenigen, die sich für Handelsgüter und sichere Investitionen interessieren, die beste Option sei. 

"Ich glaube, Bitcoin ist digitales Gold", wie sie abschließend erklärte. "Er ist das digitale Analog zu Gold."