Japanischer E-Commerce-Riese Rakuten: Übernahme der Kryptobörse Everybody's Bitcoin

Der japanische E-Commerce-Riese Rakuten, der eine Marktkapitalisierung von über 10,7 Mrd. Euro hat, hat einen 2,1-Mio.Euro-Deal enthüllt, bei dem es um die Übernahme der inländischen Kryptobörse Everyody's Bitcoin ging. Das geht aus einer Ankündigung vom 31. August hervor.

Der Deal, der bis zum 1. Oktober abgewickelt werden soll, wurde über die Rakuten-Tochter Rakuten Card Co. Ltd. geschlossen. Dieser basiert auf einem Aktienkaufvertrag zwischen der Letzteren und der Muttergesellschaft von Everybody's Bitcoin namens Traders Investment.

In der heutigen Ankündigung heißt es, dass Everybody's Bitcoin in dem am 30. März 2018 endenden Geschäftsjahr einen Nettoverlust von rund 383.000 Euro verzeichnet hat.

Rakuten erklärt, dass das Unternehmen "den Eintritt in die Kryptowährungsbörsenindustrie in Betracht gezogen hat", da es glaubt, dass "die Rolle von Kryptowährungs-basierten Zahlungen im E-Commerce, im Offline-Handel und bei P2P-Zahlungen in Zukunft wachsen wird".

Die Firma hat außerdem erklärt, dass die Übernahme eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage von Kunden sei, insbesondere von Devisenkunden ihrer Wertpapiertochter, die die Bereitstellung eines Kryptowährungsbörsendienstes gefordert haben sollen.

Der Deal wurde nur vier Monate, nachdem die lokalen Behörden eine Anordnung zur Unternehmensverbesserung gegen Everybody's Bitcoin erlassen hatten, enthüllt. Zu dieser Anordnung kam es infolge einer Vor-Ort-Inspektion durch die japanische Finanzdienstleistungsbehörde FSA.

Die Inspektion hatte Berichten zufolge Mängel in den Management-Kontrollsystemen der Börse festgestellt und der Börse angeordnet, einen Handlungsplan zur Bekämpfung von Geldwäsche und von Terrorismusfinanzierung umzusetzen und sich zu einer Reihe weiterer Verbesserungen im Bereich der System-, Geschäfts- und Buchführungsverwaltung zu verpflichten. Rakuten erklärte, dass die Übernahme die Börse dabei unterstützen werde, um die Anforderungen der Regulierungsbehörde für den Erhalt einer offiziellen Betriebsgenehmigung zu erfüllen.

Anfang des Jahres hatte Rakuten angekündigt, eine eigene Kryptowährung im Rahmen eines neuen, Blockchain-basierten Treueprogramms einzuführen. Bereits 2016 hatte das Unternehmen das geistige Eigentum des Bitcoin-Zahlungsabwicklungsunternehmens BitNet erworben und sein Rakuten Blockchain Lab eröffnet, um Anwendungen für Blockchain im E-Commerce und Fintech zu erforschen.