Japans LINE Pay und Visa kooperieren bei Blockchain-Zahlungsdiensten

LINE Pay Corporation, der Betreiber von Fintech-Diensten auf der großen japanischen Messaging-App LINE, kooperiert mit dem amerikanischen Zahlungsdienstleister Visa bei neuen Blockchain-Zahlungslösungen, so eine mit Cointelegraph am 6. Juni geteilte Pressemitteilung.

Bis zum vierten Quartal 2018 waren schätzungsweise 1,66 Milliarden Visa-Debitkarten und 781 Millionen Kreditkarten weltweit im Umlauf. Laut der Pressemitteilung zählt LINE monatlich 187 Millionen Nutzer weltweit, wobei schätzungsweise 50 Millionen Nutzer bei dem mobilen Zahlungsdienst Line Pay registriert sind.

Die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen soll der Beginn einer Zusammenarbeit bei einem breiten Spektrum von Dienstleistungen sein, insbesondere bei der Entwicklung neuer Fintech-Lösungen auf Basis der Blockchain-Technologie, die Business-to-Business und grenzüberschreitende Zahlungen sowie Transaktionen in alternativen Währungen unterstützen.

Darüber sollen LINE-Anwender aus der App heraus eine digitale Visa-Karte beantragen und bestehende Visa-Karten integrieren können, um in Zukunft mobil zu bezahlen.

Die Unternehmen planen außerdem die Einführung neuer, auf den Handel ausgerichteter Lösungen, die LINE Pay Services zu den 54 Millionen Visa-Händlerstandorten weltweit bringen sollen. Auch nicht über LINE Pay durchgeführte Transaktionen sollen laut der Pressemitteilung mit Hilfe des digitalen Wallets von LINE Pay nachvollzogen werden können.

Das digitale LINE Pay Wallet wird dazu eng mit Visa-basierten Diensten verzahnt, um das Wachstum global interoperabler Zahlungen zu fördern, wie die Pressemitteilung erläutert.

Wie berichtet, sagte David Chaum - ein richtungsweisender amerikanischer Kryptograph, der bereits 1982 eine sichere, private digitale Währung erfunden hatte - er glaube, dass die eigentliche Killer-App für Blockchain und Krypto Messenger mit integrierten Zahlungssystemen sein werden.

LINE, das im Spätsommer 2018 eine eigene Kryptowährung einführte, hat sein Token-Ökosystem auf der Grundlage der firmeneigenen, serviceorientierten Blockchain LINK Chain weiter entwickelt. Dieses Blockchain-Netzwerk ermöglicht es auch, dezentrale Anwendungen direkt auf der Messaging-Plattform von LINE zu nutzen.

Visa, das den zusätzlichen Wettbewerb durch Krypto-Innovationen zunächst heruntergespielt hatte, entwickelt inzwischen eigene Krypto-Ansätze.

So startete Visa in diesem Frühjahr eine Partnerschaft mit der großen amerikanischen Krypto-Börse Coinbase in Form einer Debitkarte für die Krypto-Guthaben der in Großbritannien ansässigen Kunden von Coinbase. Das Unternehmen hat kürzlich auch eine Stellenausschreibung mit Krypto- und Blockchain-Bezug veröffentlicht: Das Unternehmen sucht einen technischen Produktmanager bei Visa Fintech in Paolo Alto.