Visa: Kryptowährungen sind keine Bedrohung unserer Vormachtstellung

Al Kelly, Geschäftsführer des Zahlungsdienstleisters Visa, meint, dass Kryptowährungen „kurz- bis mittelfristig“ keinerlei Bedrohung für die Marktmacht seines Arbeitgebers darstellen. Dies sagte er am 25. Oktober in einem Interview mit CNBC.

Auf die Frage, ob „Kryptowährungen eine echte Bedrohung für die Vormachtstellung von Visa sind“, sagte Kelly dem Moderator Jim Cramer, dass dies „in kurz- bis mittelfristiger Hinsicht nicht der Fall ist“.

Laut Kelly müssten die Kryptowährungen „von ihrem Status als Handelsware zum richtigen Zahlungsmittel werden“, ehe sie tatsächlichen Wettbewerbsdruck auf das bisherige Finanzsystem ausüben könnten.

Des Weiteren müsste der Kryptomarkt „ein richtiger Markt sein“, der sich „in etwa so verhält wie eine Fiat-Währung“, damit Visa sich „wohlfühlen“ würde, mit dem Finanzmittel zu arbeiten.

In diesem Kontext sagt Kelly weiterhin, falls Kryptos sich „in Richtung von Fiat“ entwickelen, auch Visa sich „in diese Richtung“ entwickeln würde, da das Unternehmen „im Zentrum aller globalen Kapitalströme“ stehen will.

„Wenn wir in diese Richtung gehen müssen, dann werden wir das tun. Im Moment sind Kryptos allerdings mehr eine Handelsware als ein Zahlungsmittel.“

Währenddessen hat der Konkurrent Mastercard sich ein Patent gesichert, dass die Verbindung verschiedener Wertaufbewahrungsmechanismen vorsieht, um „Blockchain-Währungen“ und Fiat-Währungen für Zahlungsabwicklungen zusammenzufassen. Der Visa Geschäftsführer weist allerdings darauf hin, dass Visa „ein viel größeres Netzwerk“ hat als Mastercard habe.

Vor diesem Hintergrund meint Kelly, dass Mastercard „sich mehr anstrengen muss“, da das Unternehmen „kleiner als Visa“ sei.

Visa hatte sich zuletzt auch an der Blockchain-Technologie interessiert gezeigt, so wurde erst diese Woche angekündigt, dass man an einem Blockchain-basierten System für internationale Zahlungen arbeite.

Obwohl Mastercard und Visa zunehmend auf die Blockchain-Branche zugehen, gab es kürzlich einen Bericht, der nahelegte, dass die beiden Unternehmen planen würden, Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICOs) in einer neuen „Hochrisiko“ Kategorie einzuordnen.