LinkedIn-Mitbegründer warnt auf WEF vor Blockchain-Sexismus

Frauen laufen immer noch Gefahr, in schnell wachsenden Berufsfeldern wie etwa Blockchain und künstliche Intelligenz (KI) ausgeschlossen zu werden, wie einer der Mitbegründer von LinkedIn warnte.

Allen Blue, Mitbegründer des großen sozialen Karrierenetzwerks LinkedIn, hat auf dem Weltwirtschaftsforums in Davos am 24. Januar Bedenken im Hinblick auf die berufliche Ungleichheit in Branchen wie Blockchain geäußert. Die Führungskraft äußerte sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur The National aus Abu Dhabi zu diesem Thema.

Der Mitbegründer von LinkedIn rief die globale Community dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausweitung der Geschlechter-Lücke in der Berufswelt zu verhindern. Dies gelte insbesondere für die Arbeitsplätze der Zukunft: 

"Wenn wir nach vorne schauen, und wir sprechen hier tatsächlich von Arbeitsplätzen der Zukunft, sollten wir uns fragen, wer diese Arbeitsplätze bekommen wird. Wir wissen sicher, dass, wenn sich die Dinge nicht ändern, Männer diese Arbeitsplätze haben werden und Frauen nicht." 

Laut Blue liege der Grund für die bestehende Ungleichheit darin, dass Frauen nicht den gleichen Zugang wie Männer zu den Netzwerken haben, die man braucht, um sich solche Stellen zu sichern. Er fügte hinzu, wenn dieser Trend weitergehe, die Gefahr bestehe, dass der globalen Community in fünf oder zehn Jahren noch mehr geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsplatz drohe.

"Das heißt, wenn man weiter in die Zukunft geht und zu wenig Frauen in diesen Berufen sind, dann verstärkt das Netzwerk diese Trennung mit der Zeit. Was wir also in fünf oder zehn Jahren haben werden sind feste Trennungen zwischen den Berufen, die Frauen haben, und den Berufen, die Männer haben, und es wird noch schwieriger, die Geschlechterwand zu durchbrechen".

Laut The National hat das WEF ermittelt, dass es 257 Jahre dauern werde, bis Frauen die gleichen wirtschaftlichen Chancen wie Männer haben. Frauen besetzen bisher nur 30 Prozent der Technik-Arbeitsplätze in Bereichen wie etwa KI, Blockchain, Software-Entwicklung und Cloud Computing.

LinkedIn hat vor der bestehenden beruflichen Ungleichheit bei Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit neuen Technologien gewarnt und aktiv gegen diesen Trend angekämpft. Dem Bericht zufolge hat sich das Unternehmen in den letzten 18 Monaten bemüht, sicherzustellen, dass das Unternehmen zu mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt beiträgt.

Goldman Sachs: Kein Börsengang für Unternehmen ohne Frauen oder Diversität

Einen Tag zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs David Solomon erklärt, dass die Investmentbank einen Börsengang ablehnen würde, wenn das betreffende Unternehmen keinen "weiblichen oder diversen" Geschäftsführer habe.

Cointelegraph berichtete zuvor über die Ungleichheit der Geschlechter im Bereich Blockchain. Weniger als 5 Prozent der Codes der Top-Kryptoprojekte auf Github wurden von Frauen hochgeladen, wie es in Berichten heißt. Laut einer Umfrage von Quartz aus dem Jahr 2018 hatten zwischen 2012 und 2018 nur 8,5 Prozent von 378 globalen Krypto- und Blockchain-Firmen eine Frau als Gründerin oder Mitgründerin.

Da das Thema seit einiger Zeit relevant ist, haben einige Unternehmen und Institutionen wie die Universität Oxford Initiativen ins Leben gerufen, um die Vielfalt in der Branche zu unterstützen.

Der Frauenanteil in der Krypto-Community ist in den letzten Jahren hingegen gewachsen. Laut der Bitcoin-Statistik-Webseite Coin Dance ist der Frauenanteil in der Bitcoin-Communnity von etwa 5 Prozent im Mai 2018 auf heute mehr als 12 Prozent gewachsen.