Litecoin-Schöpfer Charlie Lee zu dezentralisierten Kryptos: 51-Prozent-Angriffe müssen möglich sein

Eine dezentrale Kryptowährung ist per Definition anfällig für 51-Prozent-Angriffe, wie der Schöpfer von Litecoin (LTC) Charlie Lee in einem Tweet vom 7. Januar erklärte.

Im Zuge der jüngsten Nachrichten über ungewöhnliche Mining-Aktivitäten im Ethereum Classic (ETC)-Netzwerk - die von vielen noch immer für eine 51-Prozent-Angriff gehalten wird - äußerte Lee seine Meinung:

"Per Definition muss eine dezentrale Kryptowährung anfällig für 51-Prozent-Angriffe sein, sei es durch Hashrate, Einsatz und/oder andere erlaubnislos erwerbbare Ressourcen. Wenn bei einer Kryptowährung ein 51-Prozent-Angriff nicht möglich ist, funktioniert sie damit mit Erlaubnissen und ist daher zentralisiert."

Lees Aussage war eine Reaktion auf einen anderen Tweet vom Twitter-Nutzer CryptoTesla, in dem es hieß, dass "wenn ein 51-Prozent-Angriff nicht möglich ist, ist sie nicht dezentralisiert". Dieser Tweet war eine Reaktion auf die Ankündigung der Kryptobörse Coinbase vom 7. Januar, die enthüllte, dass sie "Chain-Reorganisationen" und Doppelausgaben auf der Blockchain von ETC entdeckt hätte.

Am 8. Januar aktualisierte Coinbase die Zahlen und gab an, dass es 12 zusätzliche Reorganisationen gegeben habe, die doppelte Ausgaben in Höhe von 219.500 ETC (etwa 950.000 Euro) umfasst hätten.

Coinbase kündigte an, dass Ein- und Auszahlungen von ETC am 5. Januar ausgesetzt wurden. Die Sperre ist bei Redaktionsschluss offenbar noch in Kraft.

Am 7. Januar wiesen die ETC-Entwickler die Berichte zurück, dass die Hashpower-Konsolidierung tatsächlich ein 51-Prozent-Angriff gewesen sei. Es hieß von diesen, dass es "höchstwahrscheinlich egoistisches Mining" gewesen sei und dass es doppelte Ausgaben nicht gegeben habe.

Später erklärte das ETC-Team in einem Tweet, dass die erhöhte Hashrate auf Tests neuer 1.400/Mh Ethash-Maschinen durch den Hersteller von anwendungsspezifischen, integrierten Schaltungen (ASIC) Linzhi zurückzuführen sein könnte. Der Betriebsleiter von Linzhi Shenzhen wies diese Behauptungen jedoch in einem Tweet zurück, der inzwischen gelöscht wurde.

Bei Redaktionsschluss hat das ETC-Team damit aufgehört, den Begriff "51-Prozent-Angriff" im Zusammenhang mit dem Vorfall zu verwenden. In einem kürzlichen Tweet zu diesem Thema haben sie erneut alle Kryptobörsen und Mining-Pools dazu aufgerufen, die Bestätigungszeit für alle Auszahlungen und Einzahlungen deutlich zu erhöhen.