Venezuela: Maduro will Teile der staatlichen Ölreserven in Petro Kryptowährung verkaufen

Venezuela plant, Teile der Ölreserven eines staatlich geführten Ölkonzerns im Austausch für die landeseigene Kryptowährung Petro (PTR) zu verkaufen.

Wie die das staatliche Unternehmen Petroleum of Venezuela (PDVSA) am 14. Januar mitgeteilt hat, hat Präsident Nicolas Maduro ein entsprechendes Dekret erlassen, das den Verkauf von 4,5 Mio. Tonnen Rohöl aus den 30 Mio. Tonnen großen Reserven der Firma vorsieht.

Laut der PDVSA Meldung hatte Maduro dies zuvor schon im Rahmen einer Rede vor dem venezolanischen Parlament bekanntgegeben.

Rohölverkäufe sollen der Preisfindung dienen

Sobald der ursprüngliche Verkauf der 4,5 Mio. Tonnen Rohöl abgeschlossen ist, soll das Unternehmen anschließend weitere 50.000 Tonnen Rohöl pro Tag verkaufen, die ebenfalls in der Petro Kryptowährung abgewickelt werden sollen. Dies soll als eine Art Preisfindungsmechanismus für den an Ölreserven angebundenen Stablecoin dienen. Wie Maduro erklärt, ist dies ein wichtiger Schritt, um den Kurs der Kryptowährung zu festigen:

„Wir bereiten damit die zweite Phase vor, in der die Kryptowährung effektiv genutzt werden kann.“

Des Weiteren hat Maduro erlassen, dass Flugzeugtreibstoff für Langstreckenflüge ebenfalls nur noch in Petro veräußert werden soll. All diese Schritte sollen dazu dienen, Venezuela „den Weg in die moderne Wirtschaft zu ebnen“ und dadurch die Lebenssituation der heimischen Bevölkerung zu verbessern.

Zugleich sieht Maduro den Petro als wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die heimische Mafia. So zitiert die venezolanische Journalistin Maibort Petit den Präsidenten wie folgt:

„Viele Menschen sträuben sich gegen den Petro, da sie ihre illegalen Geschäfte in US-Dollar machen. Die Mafia und andere Kriminelle mögen die Kryptowährung nicht, da sie ihnen die Hände bindet.“

Allerdings erntet der Präsident auch von anderer Seite Kritik für seine Pläne, so heißt es zum Beispiel auf Twitter, dass der Petro lediglich ein Vorwand sei, „um dem Land 4,5 Mio. Tonnen Rohöl zu klauen“. Der Verkauf von staatlichen Ölreserven würde sogar direkt gegen die venezolanische Verfassung verstoßen.

Wie Cointelegraph im November 2019 berichtet hatte, hat Präsident Maduro die Anbindung des Petros von 5 Mrd. Tonnen Rohöl auf nur noch 30 Mio. Tonnen reduziert. Diese drastische Planänderung soll durch die amerikanischen Sanktionen gegen den staatlichen Rohölkonzern PDVSA bedingt sein.

Der Petro, der im Februar 2018 eingeführt wurde, ist die weltweit erste staatliche Kryptowährung, die an Ölreserven angebunden ist. Ende 2019 hatte Maduro angeordnet, dass Rentner und Beamte ihre Weihnachtsgelder in Petro ausgezahlt bekommen sollten. Obwohl der Präsident der heimischen Banco de Venezuela befohlen hatte, ab Juli 2019 den PTR anzunehmen, findet die Kryptowährung in dem Land bisher kaum Anwendung.