Große Ölfirmen und Banken: Gemeinsame Blockchain-Plattform für Energie-Rohstoffhandel

Die großen Ölunternehmen BP, Shell und Equinor haben sich mit großen Banken und Handelshäusern zusammengetan, um eine Blockchain-gesteuerte Plattform namens Vakt für den Energierohstoffhandel einzuführen. Die Partnerschaft wurde von der unabhängigen Nachrichtenagentur für Energie- und Rohstoffmärkte S&P Global Platts am Montag, den 12. November, bekanntgegeben.

Neben den drei oben genannten Ölfirmen sind an Vakt auch die Banken ABN Amro, ING und Societe Generale sowie die Handelshäuser Gunvor, Koch Supply & Trading und Mercuria beteiligt. Die Blockchain-Lösung, die erstmals im November 2017 angekündigt wurde, wird es wichtigen Akteuren aus der Branche ermöglichen, von "lästigem" Papierkram auf Smart-Contracts umzusteigen. Das soll dazu beitragen, die Zeit für die Arbeitsabläufe zu verkürzen und den Handel effizienter zu gestalten.

Lyon Hardgrave, der Vizepräsident für Produktentwicklung bei Vakt, erklärte im Rahmen des S&P Global Platts Digital Commodities Summit in London am 12. November, dass die Plattform bis Ende November auf dem Nordsee-Ölmarkt eingeführt wird. Hardgrave hat auch etwas über die Zukunftspläne von Vakt für 2019 verraten:

"Im Jahr 2019 werden wir uns mit ARA-Schiffen, wasserbasierten Märkten und US-Rohölpipelines befassen. Und ab Januar werden neben unseren Aktionären auch die ersten Lizenznehmer mit an Bord kommen."

Hardgrave fügte hinzu, dass Vakt Anfragen erhalten habe, sich mit Petrochemie und dem US-Gas zu befassen. Er betont außerdem, dass die Blockchain-gesteuerte Plattform, sobald sie voll funktionsfähig ist, mit ihrer Post-Trade-Lösung die Kosten um bis zu 40 Prozent senken könnte.

Darüber hinaus hat S&P Global Platts während des Gipfels eine Umfrage durchgeführt, die ergab, dass eine große Mehrheit der Teilnehmer erwartet, dass Blockchain-Anwendungen bis 2025 den Massenmarkt erreichen werden.

S&P Global Platts hat bereits selbst auch Blockchain-Lösungen für die Ölindustrie getestet. Im Februar 2018 gab das Unternehmen bekannt, dass es eine dezentrale Plattform lancieren würde, die es den Marktteilnehmern ermöglichen soll, "wöchentliche Daten zur Öllagerung einzureichen". Die Plattform zur Nachverfolgung der Öllagerung wurde in der Fujairah Oil Industry Zone (FOIZ) der VAE eingesetzt.

Eine ähnliche Plattform wie Vakt gibt es bereits in der Schweiz. Dort hat eine Gruppe von großen globalen Banken, Handelsunternehmen und einem führenden Energieunternehmen ein Joint Venture namens Komgo SA gegründet und betreut eine neue Blockchain-basierte Plattform zur Finanzierung des Rohstoffhandels. Einige der Teilnehmer beteiligen sich gleichzeitig an beiden Initiativen, darunter ABN AMRO, ING, Koch Supply & Trading, Mercuria, Shell und Societe Generale.