Mitglied des chinesischen Politik-Beraterstabs schlägt nationale Krypto-Handelsplattform vor

Ein Mitglied des größten chinesischen politischen Beraterstabs hat die Einrichtung einer nationalen Kryptowährungsbörse und anderer regulatorischer Systeme auf einer Sitzung von Chinas höchsten legislativen und beratenden Organen vorgeschlagen, die zweimal im Jahr stattfinden. Das geht aus einem Bericht der lokalen Nachrichtenagentur Lie Yun Wang vom 3. März hervor.

Das Mitglied der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (CPPCC) Wang Pengjie hat vorgeschlagen, dass die Chinesische Volksbank (PBOC) und die Chinesische Kommission für Wertpapierregulierung (CSRC) eine Blockchain einrichten sollten. Damit soll ein "Genehmigungssystem" für das Management von digitalen Vermögenswerten sowie die Möglichkeit, auf nationaler Ebene eine Handelsplattform für digitale Vermögenswerte aufzubauen, geschaffen werden.

Pengjies Vorschlag folgt auf eine Reihe von kürzlichen Kryptoverboten aus China. Unter diese fiel die Sperrung von Börsen sowie ein Verbot von Initial Coin Offerings (ICOs) im September 2017.

Pengjie kam auf die Gesamtmarktkapitalisierung von digitalen Vermögenswerten, wie zum Beispiel Ethereum (ETH), Bitcoin (BTC) und Litecoin (LTC) zu sprechen. Dabei hat er hervorgehoben, dass ihre Marktkapitalisierung die des größten chinesischen Internetanbieters Tencent im Januar 2018 übertroffen hat und dies als Grund genannt, warum China Blockchain-basierten Technologien Aufmerksam widmen sollte. Er erwähnte auch die Krypto-Regulierungen in Südkorea und die Tatsache, dass der US-amerikanische Nasdaq in Erwägung zieht, mit Bitcoin-Futures zu handeln. Damit nannte er weitere Gründe dafür, Kryptowährungen nicht außer Acht zu lassen.

Pengjie hat auch die Herausforderungen angesprochen, die bei der Zusammenarbeit mit Blockchain für China entstehen. Zunächst erklärte er, dass der "Mangel an unabhängigen Rechten an geistigem Eigentum [...] langfristig für Chinas finanzielle Sicherheit nicht gut ist". Er verwies auch auf die fehlende Klarheit in Bezug auf den gesetzlichen Status von Kryptowährungen sowie auf die mangelnde Kenntnis der Verbraucher, was "leicht" zum Betrug durch "skrupellose Elemente in "Blockchain"-Verkleidung mit ernstzunehmenden wirtschaftlichen Verlusten" führen könnte.

Eine mögliche Lösung für diese Probleme ist laut Pengjie die Einrichtung des oben erwähnten "Genehmigungssystems" sowie die Einführung einer Systemzertifizierung unter "echtem Namen". Dies soll in Verbindung mit einer gründlichen Aufklärung der Investoren über Blockchain und virtuelle Währungen geschehen.

Pengjie schlug ebenfalls vor, eine nationale Blockchain-Plattform für den Handel mit digitalen Vermögenswerten einzurichten, die gemeinsam von der PBOC und der CSRC reguliert werden soll:

"So können wir Unternehmen einen offiziellen Kanal zur Verfügung stellen, um sich Kapital zu beschaffen. Und das würde auch einzelnen Investoren dabei helfen, Kapitalzuwachs zu erzielen."

Die CSRC hat im November 2017 eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Finanztechnologie mit Australien unterzeichnet. Damit soll die Fintech-Innovation zwischen den beiden Ländern gefördert werden. Das Verbot von ausländischen Kryptowährungsbörsen und anderen Einschränkungen von ICO- und "Börsen-ähnlichen Diensten" durch die PBOC führte Anfang Februar dazu, dass Bitcoin das erste Mal seit November 2017 unter 5.600 Euro gefallen ist.

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