Bitcoin stürzen: MIT nennt drei Möglichkeiten

MIT Technology Review hat heute, 24. April, einen Artikel mit dem Titel "Let's Destroy Bitcoin" veröffentlicht, in dem drei Möglichkeiten beschrieben werden, wie man die Kryptowährung "stürzen" könnte.

Die erste Option laut dem Artikel ist eine Regierungsübernahme von Bitcoin mit der Einführung eines von der Notenbank-gestützten Coin (Fedcoin):

"Wir befinden uns im Jahre zweitausend-irgendwas. Und heute ist der Tag, an dem Ihre Steuern fällig sind. Aber Sie machen keine Erklärung. Stattdessen führt ein Algorithmus automatisch eine Überweisung aus Ihrer elektronischen Wallet in einer Währung namens Fedcoin durch."

Diese neue Blockchain hätte verifizierte Finanzinstitute als autorisierte Noden anstelle von Peer-to-Peer-Netzwerken. Das sind "im Grunde vertrauenswürdige Institutionen", sagte Yale-Absolvent Sahil Gupta gegenüber MIT Technology Review. Der Artikel merkt an, dass die Bank of Canada im Jahr 2016 eine Simulation eines solchen Systems auf Ethereum (ETH) entwickelt hat.

Option zwei ist eine heimliche Facebook-Übernahme von Bitcoin, bei der die Social-Media-Site eine BTC-Wallet für alle ihre Nutzer erstellt, diese in Kryptowährung für die Interaktion mit Anzeigen belohnt und ihnen eine werbefreie Nutzung anbietet, wenn sie Facebook mit der ungenutzten Rechenleistung ihres Computers Mining betreiben lassen (wie Salon Anfang des Jahres angeboten hat):

"Wenn Facebook einen ausreichend großen Anteil von Bitcoin-Nutzern und Minern überzeugen könnte, eine eigene proprietäre Version der Bitcoin-Software zu betreiben, würde das Unternehmen folglich die Regeln kontrollieren. Bitcoin könnte dann, wie oben beschrieben, durch Facebook als eine Unternehmensversion des Fedcoins neu gestaltet werden."

Facebook könnte auch die Kontrolle über Bitcoin erlangen, indem das Unternehmen seine eigene Kryptowährung einführt. So, wie die Nachrichten-App Telegramm, die gerade dabei ist, dies zu tun, nachdem sie Anfang des Jahres ein Initial Coin Offering (ICO) abgehalten und dabei umgerechnet 1,3 Mrd. Euro gesammelt hat.

Die dritte Möglichkeit, Bitcoin "irrelevant" zu machen, ist die Einführung mehrerer neuer Kryptowährungen für jede Situation:

"Sie sind an der Kasse im Supermarkt. In der digitalen Wallets Ihres Handys haben Sie nicht nur Fedcoin und FacebookCoin, sondern auch AppleCash, ToyotaCash und einen Coin, der für den Laden, in dem Sie stehen, spezifisch ist. Es gibt auch einen Coin, der für Babysitter-Dienstleistungen einlösbar ist, und einen weiteren, mit dem Sie Fahrten mit der U-Bahn kaufen können."

Diese Option ist laut MIT Technology Review "bereits im Gange", da Unternehmen ihre eigenen Coins oder Token erstellen, die nur für ihre Dienste verwendet werden. Es gibt zum Beispiel den Kodak-ICO, mit dem eine Währung für die Lizenzierung von Fotos entwickelt wird.

Bitcoin kann verhindern, dass eine dieser Optionen umgesetzt werden, indem er seine Vorteile nutzt. Nämlich den, dass "Bitcoin-Transaktionen anonym sind und nicht zensiert werden können".

Der Artikel merkt jedoch auch an, dass die US-Sicherheitsbehörde NSA bereits versucht, Identitäten von Personen mit ihren BTC-Adressen zu verknüpfen. Das geht aus den durchgesickerten Dokumenten von Edward Snowden hervor. Wenn Regierungen versuchen, schwarze Listen zu erstellen und durchzusetzen, könnten sie die "entscheidenden" BTC-Miner unter Druck setzen.

Ende März hatte Snowden in einem Interview gesagt, dass der Bitcoin-Blockchain-Ledger "verheerend öffentlich" sei und dass es eine gute Alternative zu Fiat, die von der Regierung nicht kontrolliert werden kann, noch nicht gibt.

MIT Technology Review kommt zu dem Schluss, dass "wenn Kryptowährungen eine breite Anwendung finden sollen, werden es die Gewohnheiten der Massen sein und nicht die Wünsche von frühen Bitcoin-Anwender, die bestimmen, was aus Satoshi Nakamotos Vision wird".

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