MIT Professor: Durch Blockchain kann jeder an Weltwirtschaft teilhaben

Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, eine Weltwirtschaft frei von Zugangshürden zu schaffen. Dies behauptete Silvio Micali, Professor an der renommierten amerikanischen Universität MIT, am 21. Januar im Rahmen des Bloomberg Podcasts Daybreak Asia.

Micali führte dahingehend die drei Kerneigenschaften an, über die Blockchain-Systeme verfügen müssten, um eine freie Wirtschaft zu ermöglichen. Diese Kerneigenschaften sind Sicherheit, Dezentralisierung und Skalierbarkeit. Wie der Professor erklärt, gibt es zwischen diesen allerdings sogenannte Zielkonflikte, weshalb immer nur zwei Ziele gleichzeitig erfüllt werden können. Neuere Systeme würden sich anschicken, diese Problemstellung zu lösen, wobei Micali auf seine eigene Plattform namens Algorand verweist.

Wenn diese drei Faktoren in Einklang gebracht werden, vermutet der MIT Professor dadurch tiefgreifende Änderungen für die Weltwirtschaft, da eine „tokenisierte Welt“ vielerlei Hürden abbauen würde, wodurch nahezu jeder Mensch am wirtschaftlichen Prozess teilhaben könnte. Als Beispiel führt er den Verkauf einer fiktiven Großimmobilie an. Während zuvor nur Personen oder Firmen mit ausreichend Vermögen einen solchen Kauf realisieren konnten, wird es durch die „Verpackung“ der Immobilie in digitale Einzelteile (Tokens) möglich, dass fast jeder Mensch sich am Verkaufsprozess beteiligen könnte. Hieraus entsteht eine Win-Win Situation für Käufer und Verkäufer, da der Markt nicht künstlich beschränkt ist. 

Angesprochen auf das Problem der Skalierbarkeit, erklärt der MIT Professor, dass dezentralisierte Systeme eine viel höhere technologische Leistungsfähigkeit benötigen, um gleichwertig mit zentralisierten Systemen zu sein, da die Konsensfindung unter den Teilnehmern nicht zentral gesteuert und deshalb aufwendiger ist.

Hinsichtlich der Sicherheit sieht Micali allerdings dezentralisierte Systeme (wie Blockchain) im Vorteil, da zentralisierte Systeme anfälliger für Hacker-Angriffe sind. Dementsprechend verweist er auf einige der jüngsten Vorkommnisse dieser Art, um sein Argument zu unterstreichen.

Im Gegensatz dazu hebt er hervor, dass Blockchain-Systeme einen viel höheren Grad an Sicherheit bieten, allein schon auf Grund von deren Konzept:

„Ein dezentralisiertes System, in dem die Kontrolle gleichmäßig auf viele verschiedene Instanzen verteilt ist, kann unmöglich gehackt werden, da nicht alle Knotenpunkte gleichzeitig angegriffen werden können. Nur auf diesem Wege können wir für wahrhafte Sicherheit sorgen.“

Amerikanische Universitäten betätigen sich immer stärker in der Kryptobranche, so haben zum Beispiel das MIT, die Universität Stanford und die Universität Berkeley kürzlich angekündigt, an einem gemeinsamen Krypto-Projekt zu arbeiten, um ein „globales, skalierbares und dezentralisiertes Zahlungsnetzwerk“ aufzubauen.

Anfang Januar hat die akademische Zeitung MIT Technology Review in einem Artikel prognostiziert, dass Blockchain-Technologie im Jahr 2019 von der breiten Masse angenommen wird.