Polizei-Großaufgebot hebt Bitcoin-Mininghöhle mit angezapften Stromanschlüssen aus

Im sächsischen Klingenthal konnte die Polizei mit einem Großaufgebot am gestrigen Dienstag eine von Stromdieben illegal betriebene Bitcoin-Miningfarm ausgehoben werden, meldete die FreiePresse am heutigen 6. Februar.

An der Razzia, bei der insgesamt acht Objekte im Zwickauer Raum und im Vogtland durchsucht wurden, nahmen insgesamt 121 Personen teil, darunter neben Polizisten auch Staatsanwälte und Steuerfahnder.

In Klingenthal konnten die Fahnder in den Räumen der früheren PGH Elektro (DDR-Produktionsgenossenschaft des Handwerks) eine noch in Betrieb befindliche Computeranlage aus 49 Rechnern aufspüren. Diese bezog mindestens seit Anfang 2017 illegal Strom unter Umgehung des Zählers, um mit hohem Rechenaufwand Bitcoins zu minen.

Der Schaden für den betroffenen Stromversorger soll sich insgesamt auf rund 220.000 Euro beziffern. 30 der 49 Rechner seien mit Spezialhardware ausgestattet und insgesamt 80 Grafikkarten verbaut gewesen. Fünf Männer und eine Frau sollen an dem illegalen Mining-Bergwerk beteiligt gewesen sein.

Während andere Bitcoin-Miner weltweit durch sinkende Rentabilität unter Druck kamen, konnten die sächsischen Stromdiebe trotz niedriger Bitcoin-Preise weiter profitabel Bitcoins erzeugen. Der Gewinn dürfte dabei jedoch in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Stromkosten gestanden haben. Selbst professionelle Mining-Unternehmen wie etwa der japanische E-Commerce-Riese DMM ziehen sich mittlerweile aus dem Kryptomining-Geschäft wegen fehlender Rentabilität zurück.