R3 Corda: Frankfurt School Blockchain Center veröffentlicht Working Paper zur Prototyp-Implementierung

Forscher des Frankfurt School Blockchain Centers haben am 24. Juli ein Working Paper über ihre Erfahrungen bei der Prototyp-Implementierung mit der R3 Corda-Plattform für eine private Blockchain-Infrastruktur veröffentlicht.

Um R3 Corda zu testen, haben die Forscher ein Experiment des Finanzanwendungsfalles eines Schuldschein-Darlehens durchgeführt. In ihrer kurzen Analyse berichten sie über die Konzeption und Vorteile von R3 Corda, die dahinter stehende Technik, das technische Design des von ihnen gewählten Prototyps und über den damit verbundenen Anpassungsprozess.

Der in dem Working Paper beschriebene Prototyp basiert auf der Umsetzung eines Schuldscheindarlehens über ein sogenanntes Minimal-Viable-Product (MVP), welches von der auf Finanztechnologien spezialisierten Unternehmensberatung micobo GmbH entwickelt wurde.

Sowohl die für die Umsetzung nötige Software (Java-Entwicklungsumgebung, Java SE Development Kit, Git, etc.) als auch der erforderliche Anpassungsprozess wird in dem Paper detailliert kommentiert, und wie damit die für das Schuldscheindarlehen erforderliche Geschäftslogik umgesetzt werden konnte.

In ihrer abschließenden Bewertung kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass “Corda das Framework der Wahl für die Etablierung von „non-public“-Anwendungsfällen im Distributed Ledger Bereich” darstelle. Das elementare Geschäftsvorgänge wie “Issuance” und “Payments” bereits “inhärenter Bestandteil des zur Verfügung gestellten Frameworks sind”, sei ein großer Vorteil der Plattform. Weiter schreiben sie:

“Darüber hinaus stellt die Flexibilität aufgrund der Einbindung der JVM [Java Virtual Machine] als zentrales Designprinzip eine Vielzahl an Entwicklungsmöglichkeiten und Programmiersprachen für die Implementierung von Geschäftslogiken bereit.”

Aber auch kritische Aspekte kommen in dem Beitrag zur Sprache, wie etwa der frühe Entwicklungsstand, der regelmäßige Quellcode-Anpassungen zur Folge habe. Auch sei Corda durch sogenannte “globale Interdependenzen” ein erheblichem Maße von anderen Frameworks abhängig, was zu einem hohen Aufwand bei Patches und Weiterentwicklungen bedeute.

Vor den Frankfurter Forschern wurde R3 Corda bereits von der Commerzbank im Zusammenspiel mit SAP-Software getestet. R3 hat mittlerweile eine neue Version von der Corda-Blockchain-Plattform mit Namen “Corda Enterprise” angekündigt, welche speziell auf Unternehmen zugeschnitten sein wird. Diese sei "für die Anforderungen moderner Unternehmen optimiert" worden und enthalte eine "Blockchain Application Firewall", welche es der Plattform ermöglicht, auch innerhalb der Rechenzentren von Unternehmens zu laufen.