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Andrey Shevchenko
Verfasst von Andrey Shevchenko,Ehemaliger Redaktionsautor
Alex Cohen
Geprüft von Alex Cohen,Ehemaliger Redakteur

Zurückgetretener Wirecard-Chef in U-Haft: Zukunft des Unternehmens unklar

Der Wirecard-Chef, der kürzlich zurücktrat, wurden in Deutschland von der Polizei verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, die Zahlen des Unternehmens gefälscht zu haben, um Investoren anzuziehen.

Zurückgetretener Wirecard-Chef in U-Haft: Zukunft des Unternehmens unklar
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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des deutschen Fintech-Unternehmens Wirecard ist von der Münchner Polizei festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, die Bilanz des Unternehmens gefälscht zu haben.

Wie Reuters und andere Medien berichteten, wurde Markus Braun, der das Unternehmen fast zwei Jahrzehnte lang leitete, von der Polizei in München verhaftet. Nach einer Erklärung der Staatsanwaltschaft wird ihm vorgeworfen, mittels falscher Transaktionen mit "Drittkäufern" das Vermögen und die Gesamteinnahmen größer dargestellt zu haben, als sie eigentlich sind. Der Zweck dahinter war es, das Unternehmen für Investoren attraktiver zu machen, so die Staatsanwaltschaft.

1,9 Mrd. Euro sollen auf einem Treuhandkonto bei zwei nicht namentlich genannten Banken auf den Philippinen liegen. Zwischen dem 21. und 22. Juni gab der Vorstand von Wirecard eine Erklärung ab, in der es hieß, dass das Geld "mit hoher Wahrscheinlichkeit" nicht existiere. 

Das Geld macht über 32 Prozent des von Wirecard angegeben Vermögens von 5,8 Mrd. Euro aus. Als die Angelegenheit in der vergangenen Woche letztlich ans Licht kam, trat Braun von seiner Position zurück.

Ein Richter wird noch darüber entscheiden, ob die Untersuchungshaft fortgesetzt werden soll.

Unternehmen in Not

Das Buchhaltungsloch und die derzeitigen Turbulenzen werfen die Frage auf, ob das Unternehmen sich erholen und langfristig überleben kann. Wie Cointelegraph berichtete gibt Wirecard für viele Krypto-Unternehmen Debitkarten aus. Darunter sind etwa Crypto.com und Wirex.

Der CEO von Crypto.com Kris Marszalek erklärte, dass seine Debitkarten vollständig vorfinanziert sind und die Rücklagen in einer separaten, von Wirecard unabhängigen britischen Bank liegen würden.

Unterdessen ist der Aktienkurs von Wirecard um etwa 84 Prozent auf 16 US-Dollar gefallen, als die Nachricht öffentlich wurde.

Das langfristige Schicksal des Unternehmens ist unklar, aber die von Wirecard ausgegebenen Karten funktionieren bisher normal weiter.

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